DSO Jahresbericht

In ihrem  Jahresbericht "Organspende und Transplantation in Deutschland 2020" präsentiert die DSO detaillierte Statistiken mit bundesweiten und regionalen Daten.  Viele der enthaltenen Grafiken zeigen zudem die Entwicklung der Ergebnisse im Verlauf der vergangenen Jahre.

Ebenso enthält der Bericht ausführliche Informationen über die Strukturen und Partner innerhalb der Gemeinschaftsaufgabe Organspende. Auch die vielfältigen Serviceangebote der Koordinierungsstelle (DSO) werden in der Publikation vorgestellt.

 

Ausführlich geht der Jahresbericht 2020 auf die folgenden Themen ein:

  • das Sonderthema Organspende und Transplantation während der COVID-19-Pandemie
  • die Richtlinie Spendererkennung der Bundesärztekammer
  • Qualitätssicherung – Zahlen zu schwerwiegenden Zwischenfällen (SAE) und schwerwiegenden unerwünschten Reaktionen (SAR) nach Transplantationen
  • ergänzende Informationen zur Transplantation bei Kindern

Weitere Infos und den Jahresbericht 2020 können Sie hier erhalten.

So viele Organe werden gespendet – und benötigt

(19.01.2021) Im vergangenen Jahr wurden hierzulande 2941 Organe gespendet von Menschen, bei denen der Hirntod festgestellt worden war. 2019 waren es mit 2995 nur etwas mehr. 2010 hatte die Zahl bei 4205 gelegen, das war vor den Transplantationsskandalen.

Die Zahlen stammen von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).
9192 Bundesbürger stehen auf der Warteliste

Noch immer werden in Deutschland viel weniger Organe gespendet als benötigt werden. 9192 Patienten standen Ende des Jahres 2020 bei Eurotransplant auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die mit Abstand größte Nachfrage besteht bei Nieren (7338). Es folgen Lebern (891) und Herzen (700).

Zum Vergleich: Vor zehn Jahren war die Reihenfolge dieselbe – wenn auch mit einem weitaus größeren Bedarf: 2010 fehlten 7869 Nieren, 2161 Lebern und 981 Herzen (siehe nachfolgende Grafik). Damals umfasste die Warteliste 11.562 Menschen.
Weitere Informationen mit anschaulichen Grafiken finden Sie im Ärzteblatt.

Unterrichtsmaterial zu Organspende

(August 2020) Die Broschüre „Wissen kompakt - Organspende. Das Unterrichtsheft" richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II und bietet Lehrkräften Anregungen zur Aufbereitung des Themas Organspende im Unterricht.

Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler zu informieren und zu befähigen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auf einem Organspendeausweis zu dokumentieren. Im Heft werden neben Fakten auch Fragen und Bedenken der Jugendlichen zur Organspende aufgegriffen und Lösungswege bzw. Diskussionsansätze zur Beantwortung dieser Fragen aufgezeigt.

Als Begleitmaterial stehen eine methodisch-didaktische Handreichung sowie die Lösungen zu den Aufgaben aus dem Unterrichtsheft ausschließlich als PDF-Dateien zur Verfügung.
Das Broschüren können kostenfrei bei der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung angefordert oder downgeloaded werden:
https://www.bzga.de/infomaterialien/organspende/informationsmaterialien/allgemein/3410/

Größere Überlebens­chancen in Kliniken mit vielen Nierentrans­plantationen

In Zentren mit vielen Nierentransplantationen sind die Überlebenschancen der Patienten im ersten Jahr nach dem Eingriff höher als in Kliniken mit geringeren Fallzah­len. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Ge­sund­heitswesen (IQWiG) in einem neuen Rapid Report, den der Gemeinsame Bundesaus­schuss (G-BA) in Auftrag gegeben hat. Einen Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und der Zielgröße „Transplantat­versagen“ fanden die IQWiG-Wissenschaftler aber nicht.

Die Studie ist im Mai 2020 erschienen und kann hier downgeloaded werden.

Neuer Test weist Infektionen und Abstoßungen nach Nierentrans­plantation anhand einer Urinprobe nach

Berlin – Ein neuer Diagnostiktest soll die Versorgung von Patienten nach Nieren­transplantation verbessern. Ein internationales Forschungsteam hat dafür eine einfache Urinprobe mit der als „Genschere“ bekannten CRISPR-Technologie kombiniert. Die Arbeit ist im Journal Nature Biomedical Engineering erschienen (DOI 10.1038/s41551-020-0546-5).

„Die meisten Menschen denken an Gen-Editierung, wenn sie an CRISPR denken, aber dieses Tool ist auch für andere Anwendungen, speziell für günstigere und schnellere Diagnostik, geeignet“, erläutert Michael Kaminski, Leiter der neuen Arbeitsgruppe „Kidney Cell Engineering and CRISPR Diagnostics“, die am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin angesiedelt ist.
Der neue Test weist 2 häufige, opportunistische Viren nach, die oft Patienten nach einer Nierentransplantation infizieren: Zytomegalievirus (CMV) und BK Polyomavirus (BKV). Das Verfahren detektiert auch CXCL9-mRNA, deren Expression während der akuten zellulären Abstoßung von Nierentransplantaten ansteigt. Weitere Infos finden Sie im Ärzteblatt.

Gefäße und Atemwege aus dem 3-D-Drucker – mit funktionierendem Sauerstoffaustausch

Houston – Der welt­weite Mangel an Spenderorganen für Transplantationen macht den Gedanken an künst­liche Organe aus dem 3-D-Drucker extrem reizvoll. Sicher ist das noch Zukunftsmusik. Dennoch faszinieren die kleinen Schritte auf dem Weg zum großen Ziel: So ist es Wissen­schaftlern aus den USA gerade gelungen, Blutgefäße und Luftwege zu drucken, die zu­sammen in der Lage sind, Blut mit Sauerstoff anzureichern.

Denn es werden nicht nur neue Organe gebraucht, sondern auch Gefäßsysteme, die sie mit Nährstoffen versorgen, wie die Forscher in Science (2019; doi: 10.1126/science.aav9750) berichten. „Unsere Organe verfügen über unabhängige vasku­läre Netzwerke, wie die Atemwege und Blutgefäße der Lunge oder die Gallengänge und Blutgefäße der Leber“, so Seniorautor Jordan S. Miller vom Department of Bioengineering der Rice University in Houston, Texas, USA. „Diese Netzwerke sind physisch und bioche­misch verwoben und die Architektur selbst steht in enger Verbindung mit der Gewebe­funktion.“ Den gesamten Bericht können Sie im Deutschen Ärzteblatt nachlesen.

Hilfreiche blinde Passagiere in gespendeten Organen

Neu entdeckte Immunzellen, die bei einer Transplantation mit dem Organ zusammen übertragen werden, können die Abstossungsreaktion mildern. In der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) ist ein aktueller Artikel zu diesem Thema erschienen. Den Artikel können Sie hier lesen.

Organspende und Nächstenliebe

Wolfgang Dorp ist Pfarrer im Ruhestand. Vor drei Jahren bekam der 68-Jährige eine neue Niere transplantiert, nach Jahren an der Dialyse. Seitdem feiert er jedes Jahr zweimal Geburtstag. Herr Dorp ist Mitglied in der IGN und Patientenbegleiter.  Zum Tag der Organspende hat er der Evangelischen Kirch im Rheinland - EKiR ein Interview gegeben. Dieses können Sie hier nachlesen.