Größere Überlebens­chancen in Kliniken mit vielen Nierentrans­plantationen

In Zentren mit vielen Nierentransplantationen sind die Überlebenschancen der Patienten im ersten Jahr nach dem Eingriff höher als in Kliniken mit geringeren Fallzah­len. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Ge­sund­heitswesen (IQWiG) in einem neuen Rapid Report, den der Gemeinsame Bundesaus­schuss (G-BA) in Auftrag gegeben hat. Einen Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und der Zielgröße „Transplantat­versagen“ fanden die IQWiG-Wissenschaftler aber nicht.

Die Studie ist im Mai 2020 erschienen und kann hier downgeloaded werden.

Neuer Test weist Infektionen und Abstoßungen nach Nierentrans­plantation anhand einer Urinprobe nach

Berlin – Ein neuer Diagnostiktest soll die Versorgung von Patienten nach Nieren­transplantation verbessern. Ein internationales Forschungsteam hat dafür eine einfache Urinprobe mit der als „Genschere“ bekannten CRISPR-Technologie kombiniert. Die Arbeit ist im Journal Nature Biomedical Engineering erschienen (DOI 10.1038/s41551-020-0546-5).

„Die meisten Menschen denken an Gen-Editierung, wenn sie an CRISPR denken, aber dieses Tool ist auch für andere Anwendungen, speziell für günstigere und schnellere Diagnostik, geeignet“, erläutert Michael Kaminski, Leiter der neuen Arbeitsgruppe „Kidney Cell Engineering and CRISPR Diagnostics“, die am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin angesiedelt ist.
Der neue Test weist 2 häufige, opportunistische Viren nach, die oft Patienten nach einer Nierentransplantation infizieren: Zytomegalievirus (CMV) und BK Polyomavirus (BKV). Das Verfahren detektiert auch CXCL9-mRNA, deren Expression während der akuten zellulären Abstoßung von Nierentransplantaten ansteigt. Weitere Infos finden Sie im Ärzteblatt.

Gefäße und Atemwege aus dem 3-D-Drucker – mit funktionierendem Sauerstoffaustausch

Houston – Der welt­weite Mangel an Spenderorganen für Transplantationen macht den Gedanken an künst­liche Organe aus dem 3-D-Drucker extrem reizvoll. Sicher ist das noch Zukunftsmusik. Dennoch faszinieren die kleinen Schritte auf dem Weg zum großen Ziel: So ist es Wissen­schaftlern aus den USA gerade gelungen, Blutgefäße und Luftwege zu drucken, die zu­sammen in der Lage sind, Blut mit Sauerstoff anzureichern.

Denn es werden nicht nur neue Organe gebraucht, sondern auch Gefäßsysteme, die sie mit Nährstoffen versorgen, wie die Forscher in Science (2019; doi: 10.1126/science.aav9750) berichten. „Unsere Organe verfügen über unabhängige vasku­läre Netzwerke, wie die Atemwege und Blutgefäße der Lunge oder die Gallengänge und Blutgefäße der Leber“, so Seniorautor Jordan S. Miller vom Department of Bioengineering der Rice University in Houston, Texas, USA. „Diese Netzwerke sind physisch und bioche­misch verwoben und die Architektur selbst steht in enger Verbindung mit der Gewebe­funktion.“ Den gesamten Bericht können Sie im Deutschen Ärzteblatt nachlesen.

Hilfreiche blinde Passagiere in gespendeten Organen

Neu entdeckte Immunzellen, die bei einer Transplantation mit dem Organ zusammen übertragen werden, können die Abstossungsreaktion mildern. In der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) ist ein aktueller Artikel zu diesem Thema erschienen. Den Artikel können Sie hier lesen.

Organspende und Nächstenliebe

Wolfgang Dorp ist Pfarrer im Ruhestand. Vor drei Jahren bekam der 68-Jährige eine neue Niere transplantiert, nach Jahren an der Dialyse. Seitdem feiert er jedes Jahr zweimal Geburtstag. Herr Dorp ist Mitglied in der IGN und Patientenbegleiter.  Zum Tag der Organspende hat er der Evangelischen Kirch im Rheinland - EKiR ein Interview gegeben. Dieses können Sie hier nachlesen.

Tausende in Deutschland warten auf ein Spenderorgan

In Deutschland warten weiterhin Tausende Menschen auf ein Organ für eine Transplantation. Das zeigen die neuen Tätigkeitsberichte der deutschen Transplantationszentren für das Jahr 2016, welche die Deutsche Stiftung Organtrans­plantation (DSO) jetzt veröffentlicht hat.

 Beispiel Niere: Laut den Berichten haben die rund 50 Zentren in Deutschland im vergangenen Jahr 3.348 Patienten auf die Warteliste gesetzt. Diese umfasste Ende 2016 7.876 transplantabel gemeldete und 4.547 als nicht transplantabel gemeldete Patienten. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr fanden 2.094 Nierentransplantationen statt, 420 Patienten auf der Warteliste starben, 442 Patienten wurden aus sonstigen Gründen von der Liste gestrichen.
(Textauszug aus dem Deutschen Ärzteblatt, siehe https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77304/Tausende-in-Deutschland-warten-auf-ein-Spenderorgan)