Intensivmediziner unterstützen neue Richtlinie der Bundesärztekammer zur Spendererkennung

(04.11.2020) Die im Herbst in Kraft getretene Richtlinie „Spendererkennung“ der Bundes­ärztekammer (BÄK) wird von der Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ausdrücklich begrüßt.

„Diese hat eine entscheidende Bedeutung für die Abläufe im Rahmen der Organspende auf den Intensivstationen“, betonte Klaus Hahnenkamp, Mitautor der neuen Richtlinie sowie Sprecher der DIVI-Sektion „Organspende und Organtransplantation“. Anspruch der Autorinnen und Autoren der Richtlinie sei, bestehende Rechtsunsicherheiten bei der Organspende durch klare und eindeutige Definitionen abzulösen.

Die neuen Festlegungen haben Auswirkungen auf die ärztliche Beurteilung potenzieller Organspender, die erforderlichen organerhaltenden Maßnahmen, die in diesem Zusammenhang notwendigen Abläufe bis zur Feststellung des irreversiblen Hirn-Funktionsausfalls, die Einbeziehung der Koordinierungsstelle und die Einbeziehung des Patientenvertreters sowie der Angehörigen.

Die Überarbeitung sei dringend notwendig geworden, nachdem sich aus den jüngsten Novellierungen des Transplantationsgesetztes, des Dritten Gesetzes zur Änderung des Betreuungsrechts, des Patientenrechtegesetzes sowie den Stellungnahmen der Bundes­ärzte­kammer, des Deutschen Ethikrates und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) neue medizinische, rechtliche und ethische Aspekte zur ärztlichen Beurteilung potenzieller Organspender ergeben haben. Die gesamte Meldung lesen Sie (04.11.2020).

Unterrichtsmaterial zu Organspende

(August 2020) Die Broschüre „Wissen kompakt - Organspende. Das Unterrichtsheft" richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II und bietet Lehrkräften Anregungen zur Aufbereitung des Themas Organspende im Unterricht.

Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler zu informieren und zu befähigen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auf einem Organspendeausweis zu dokumentieren. Im Heft werden neben Fakten auch Fragen und Bedenken der Jugendlichen zur Organspende aufgegriffen und Lösungswege bzw. Diskussionsansätze zur Beantwortung dieser Fragen aufgezeigt.

Als Begleitmaterial stehen eine methodisch-didaktische Handreichung sowie die Lösungen zu den Aufgaben aus dem Unterrichtsheft ausschließlich als PDF-Dateien zur Verfügung.
Das Broschüren können kostenfrei bei der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung angefordert oder downgeloaded werden:
https://www.bzga.de/infomaterialien/organspende/informationsmaterialien/allgemein/3410/

Zahl der Organspender hat sich erhöht

Trotz der Coronakrise hat sich die Zahl der Organspender hierzulande in den ersten sechs Monaten dieses Jahres offenbar deutlich erhöht. Nach aktuellen Daten der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), wurden seit Januar 2020 in Deutschland 487 Verstorbenen Organe für Trans­plan­tationen entnommen.

Das ist, gemessen am ersten Halbjahr 2019, eine Steigerung um 7,3 Prozent. Die Zahl der gespendeten Organe erhöhte sich um drei Prozent – von 1.511 auf 1.557.

Größere Überlebens­chancen in Kliniken mit vielen Nierentrans­plantationen

In Zentren mit vielen Nierentransplantationen sind die Überlebenschancen der Patienten im ersten Jahr nach dem Eingriff höher als in Kliniken mit geringeren Fallzah­len. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Ge­sund­heitswesen (IQWiG) in einem neuen Rapid Report, den der Gemeinsame Bundesaus­schuss (G-BA) in Auftrag gegeben hat. Einen Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und der Zielgröße „Transplantat­versagen“ fanden die IQWiG-Wissenschaftler aber nicht.

Die Studie ist im Mai 2020 erschienen und kann hier downgeloaded werden.

Neuer Test weist Infektionen und Abstoßungen nach Nierentrans­plantation anhand einer Urinprobe nach

Berlin – Ein neuer Diagnostiktest soll die Versorgung von Patienten nach Nieren­transplantation verbessern. Ein internationales Forschungsteam hat dafür eine einfache Urinprobe mit der als „Genschere“ bekannten CRISPR-Technologie kombiniert. Die Arbeit ist im Journal Nature Biomedical Engineering erschienen (DOI 10.1038/s41551-020-0546-5).

„Die meisten Menschen denken an Gen-Editierung, wenn sie an CRISPR denken, aber dieses Tool ist auch für andere Anwendungen, speziell für günstigere und schnellere Diagnostik, geeignet“, erläutert Michael Kaminski, Leiter der neuen Arbeitsgruppe „Kidney Cell Engineering and CRISPR Diagnostics“, die am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin angesiedelt ist.
Der neue Test weist 2 häufige, opportunistische Viren nach, die oft Patienten nach einer Nierentransplantation infizieren: Zytomegalievirus (CMV) und BK Polyomavirus (BKV). Das Verfahren detektiert auch CXCL9-mRNA, deren Expression während der akuten zellulären Abstoßung von Nierentransplantaten ansteigt. Weitere Infos finden Sie im Ärzteblatt.

Gefäße und Atemwege aus dem 3-D-Drucker – mit funktionierendem Sauerstoffaustausch

Houston – Der welt­weite Mangel an Spenderorganen für Transplantationen macht den Gedanken an künst­liche Organe aus dem 3-D-Drucker extrem reizvoll. Sicher ist das noch Zukunftsmusik. Dennoch faszinieren die kleinen Schritte auf dem Weg zum großen Ziel: So ist es Wissen­schaftlern aus den USA gerade gelungen, Blutgefäße und Luftwege zu drucken, die zu­sammen in der Lage sind, Blut mit Sauerstoff anzureichern.

Denn es werden nicht nur neue Organe gebraucht, sondern auch Gefäßsysteme, die sie mit Nährstoffen versorgen, wie die Forscher in Science (2019; doi: 10.1126/science.aav9750) berichten. „Unsere Organe verfügen über unabhängige vasku­läre Netzwerke, wie die Atemwege und Blutgefäße der Lunge oder die Gallengänge und Blutgefäße der Leber“, so Seniorautor Jordan S. Miller vom Department of Bioengineering der Rice University in Houston, Texas, USA. „Diese Netzwerke sind physisch und bioche­misch verwoben und die Architektur selbst steht in enger Verbindung mit der Gewebe­funktion.“ Den gesamten Bericht können Sie im Deutschen Ärzteblatt nachlesen.

Hilfreiche blinde Passagiere in gespendeten Organen

Neu entdeckte Immunzellen, die bei einer Transplantation mit dem Organ zusammen übertragen werden, können die Abstossungsreaktion mildern. In der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) ist ein aktueller Artikel zu diesem Thema erschienen. Den Artikel können Sie hier lesen.

Organspende und Nächstenliebe

Wolfgang Dorp ist Pfarrer im Ruhestand. Vor drei Jahren bekam der 68-Jährige eine neue Niere transplantiert, nach Jahren an der Dialyse. Seitdem feiert er jedes Jahr zweimal Geburtstag. Herr Dorp ist Mitglied in der IGN und Patientenbegleiter.  Zum Tag der Organspende hat er der Evangelischen Kirch im Rheinland - EKiR ein Interview gegeben. Dieses können Sie hier nachlesen.

Tausende in Deutschland warten auf ein Spenderorgan

In Deutschland warten weiterhin Tausende Menschen auf ein Organ für eine Transplantation. Das zeigen die neuen Tätigkeitsberichte der deutschen Transplantationszentren für das Jahr 2016, welche die Deutsche Stiftung Organtrans­plantation (DSO) jetzt veröffentlicht hat.

 Beispiel Niere: Laut den Berichten haben die rund 50 Zentren in Deutschland im vergangenen Jahr 3.348 Patienten auf die Warteliste gesetzt. Diese umfasste Ende 2016 7.876 transplantabel gemeldete und 4.547 als nicht transplantabel gemeldete Patienten. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr fanden 2.094 Nierentransplantationen statt, 420 Patienten auf der Warteliste starben, 442 Patienten wurden aus sonstigen Gründen von der Liste gestrichen.
(Textauszug aus dem Deutschen Ärzteblatt, siehe https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77304/Tausende-in-Deutschland-warten-auf-ein-Spenderorgan)