Organspende und Nächstenliebe

Wolfgang Dorp ist Pfarrer im Ruhestand. Vor drei Jahren bekam der 68-Jährige eine neue Niere transplantiert, nach Jahren an der Dialyse. Seitdem feiert er jedes Jahr zweimal Geburtstag. Herr Dorp ist Mitglied in der IGN und Patientenbegleiter.  Zum Tag der Organspende hat er der Evangelischen Kirch im Rheinland - EKiR ein Interview gegeben. Dieses können Sie hier nachlesen.

Organspende – die persönliche Entscheidung zählt

Organspende schenkt Leben – darüber sind sich die Menschen einig. Die kontroversen Diskussionen der vergangenen Wochen über den Vorschlag des Nationalen Ethikrates zum Thema Organspende zeigen jedoch sehr deutlich, wie wichtig es ist, dass sich die Menschen frühzeitig mit dem Thema Organspende beschäftigen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt in allen ihren Medien und Informationen, dass die Bürgerinnen und Bürger noch zu Lebzeiten eine eigene Entscheidung finden und diese ihrer Familie und engen Freunden mitteilen.

„Im Wesentlichen geht es in der aktuellen Diskussion um die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts eines jeden Menschen“, betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Eine tragfähige Entscheidung zur Organspende kann allerdings nur derjenige treffen, der sich mit dem Thema beschäftigt und verbliebene Fragen geklärt hat.“

Wie eine Repräsentativerhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigt, stehen Jugendliche dem Thema Organspende offen gegenüber und wünschen sich in erster Linie, hierüber in der Schule informiert zu werden. Deshalb hat die BZgA die Unterrichtseinheit „Thema Organspende im Unterricht“ für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse entwickelt, die Lehrerinnen und Lehrern die Erarbeitung und Vermittlung des Themas erleichtert. Neben einem 20-minütigen Film im Interviewstil mit authentischen Personen enthält die Unterrichtseinheit ausführliches Hintergrund- und Arbeitsmaterial für Lehrkräfte.

Die Allgemeinbevölkerung informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit unterschiedlichen Angeboten über das Thema Organspende.

Unter www.organspende-info.de finden Sie eine Fülle an Informationen zu diesem Thema.

Organspende: Ärzteparlament plädiert für die Widerspruchslösung

Die Widerspruchslösung sollte die derzeit bestehende Entscheidungslösung in der Organspende ersetzen. Dafür hat sich nach kurzer Debatte der 121. Deutsche Ärztetag 2018 in Erfurt ausgesprochen. Die Delegierten forderten den Gesetzgeber auf, das Transplantationsgesetz (TPG) entsprechend zu verändern. „Es kann von jeder Bürgerin und jedem Bürger nach der gesetzlich in § 2 Abs. 1 TPG geregelten Aufklärung durch die Krankenkassen erwartet werden, dass sie sich mit der Problematik auseinandersetzen und im Falle einer tatsächlichen Ablehnung ihr NEIN zur Organspende formulieren“, heißt es in dem Antrag.
Weitere Infos kann man hier nachlesen.

Tausende in Deutschland warten auf ein Spenderorgan

In Deutschland warten weiterhin Tausende Menschen auf ein Organ für eine Transplantation. Das zeigen die neuen Tätigkeitsberichte der deutschen Transplantationszentren für das Jahr 2016, welche die Deutsche Stiftung Organtrans­plantation (DSO) jetzt veröffentlicht hat.

 

Beispiel Niere: Laut den Berichten haben die rund 50 Zentren in Deutschland im vergangenen Jahr 3.348 Patienten auf die Warteliste gesetzt. Diese umfasste Ende 2016 7.876 transplantabel gemeldete und 4.547 als nicht transplantabel gemeldete Patienten. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr fanden 2.094 Nierentransplantationen statt, 420 Patienten auf der Warteliste starben, 442 Patienten wurden aus sonstigen Gründen von der Liste gestrichen.
(Textauszug aus dem Deutschen Ärzteblatt, siehe https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77304/Tausende-in-Deutschland-warten-auf-ein-Spenderorgan)