Transplantation einer Niere

Wenn terminales Nierenversagen eintritt, gibt es für die Betroffenen nur die Möglichkeit, die fehlende Nierenfunktion durch ein Dialyseverfahren oder durch die Transplantation einer Niere zu ersetzen.

Bei der Dialyse gibt es die beiden Verfahren Hämodialyse und Peritonealdialyse, die im Kapitel Dialyse erläutert werden. 

Viele Patienten wünschen sich eine Organspende. Dadurch erhoffen sie sich eine verbesserte Lebensqualität und die Wiedergewinnung einer gewissen Autonomie, da sie ihr Leben nicht dem Dialyserhythmus mit seinen Beschränkungen unterwerfen müssen. 

In Deutschland warten 2020 über 7.000 Menschen auf eine Nierenspende.  Es gilt bei uns seit Januar 2020 die so genannte Entscheidungslösung. Organe und Gewebe dürfen nur dann nach dem Tod entnommen werden, wenn die verstorbene Person dem zu Lebzeiten zugestimmt hat. Liegt keine Entscheidung vor, werden die Angehörigen nach einer Entscheidung gefragt. Damit Menschen bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützt werden, bekommen sie in regelmäßigen Abständen Informationsmaterial zugesandt.

Die Nierentransplantation ist heutzutage eine erprobte Operation, die von vielen großen Kliniken mit Transplantationsabteilung durchgeführt wird. 
Wenn dialysepflichtige Menschen eine Transplantation wünschen, werden sie in eine Warteliste aufgenommen, die bei der Organvermittlungsstelle Eurotransplant in Leiden in den Niederlanden geführt wird. Eurotransplant ist verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in Österreich, Belgien, Kroatien, Deutschland, Ungarn, Luxemburg, den Niederlanden und Slowenien. Dieser internationale Kooperationsrahmen umfasst alle Transplantationskrankenhäuser, Gewebetypisierungslabors und Krankenhäuser, in denen Organspenden stattfinden.
Die Aufnahme bedingt zunächst etliche medizinische Untersuchungen, um die Transplantationsfähigkeit abzuklären. Die Meldung zur Warteliste erfolgt über das Transplantationszentrum, bei dem der/die Patient*in angemeldet wird. 

Neben der postmortalen Nierenspende ist aufgrund der langen Wartezeit in den letzten Jahren die Lebendnierenspende in den Fokus gerückt. Mittlerweile sind knapp 30 % der transplantierten Nieren  Lebendnierenspenden. Zahlen und Informationen hierzu finden Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutschen Stiftung Organtransplantion (DSO) und in unserem Kapitel Lebendnierenspende

Zahl der Organspender hat sich erhöht

Trotz der Coronakrise hat sich die Zahl der Organspender hierzulande in den ersten sechs Monaten dieses Jahres offenbar deutlich erhöht. Nach aktuellen Daten der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), wurden seit Januar 2020 in Deutschland 487 Verstorbenen Organe für Trans­plan­tationen entnommen.

Das ist, gemessen am ersten Halbjahr 2019, eine Steigerung um 7,3 Prozent. Die Zahl der gespendeten Organe erhöhte sich um drei Prozent – von 1.511 auf 1.557.