Allgemeines

Das Wort Dialyse leitet sich aus dem Griechischen dialysis ab, was Auflösung bedeutet. Die Dialyse ist ein Verfahren zur Blutreinigung und wird beim akuten oder chronischen Versagen der Nieren angewandt.

Bei einem gesunden Körper reinigen die Nieren das Blut von Abfallstoffen wie zum Beispiel Harnsäure und Harnstoff, die durch Stoffwechselvorgänge entstehen. Die Nieren regulieren den Säure-Basen-Haushalt des Körpers, der pH-Wert des Blutes darf nur in sehr engen Grenzen schwanken, sonst wird der Körper "sauer" oder "alkalisch", was jeweils letztlich zum Tode führt.

Die Niere reguliert den Gehalt an Körpersalzen. Bei schlechter Nierenfunktion kann es durch Anstieg des Kaliumwertes im Blut ebenfalls zum Tod führen. Weitere Funktionen sind die Bildung von Erythropoetin, einem blutbildenden Hormon (auch als Dopingmittel benutzt), von blutdrucksteigernden Hormonen, es wird sogar über mehrere Schritte die Bildung von Vitamin D mitbewirkt. Versagt die Niere, führt das in wenigen Tagen unweigerlich zum Tod. Die Dialyse ist ein immer noch sehr unvollkommener Weg, zumindest einen Teil der Nierenfunktion zu ersetzen.

In unseren Breitengraden sind folgende zwei Dialyseverfahren am wichtigsten, die nach dem Prinzip der Osmose arbeiten, dies sind die Hämodialyse und die Peritonealdialyse.

Weitere Informationen: Dialyse online und Bundesverband Niere e.V.

Chronisches Nierenversagen: Wenn Patienten keine Dialyse mehr wünschen

(04.04.2022) Patienten mit chronischem Nierenversagen, die sich gegen eine Dialyse entscheiden, können unter einer konservativen Behandlung noch für einige Zeit eine gute Lebensqualität erreichen. Die Hoffnung, Hospitalisierungen und invasive Behandlungen am Lebensende zu vermeiden, erfüllt sich jedoch häufig nicht, wie eine Analyse der wenigen Kohortenstudien zu dieser Frage in JAMA Network Open (2022; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2022.2255) zeigt.
Weitere Infos zu dieser Studie finden Sie im Ärzteblatt.

Blutwäsche: Von Dialyse und künstlichen Organen

(November 2021) Dieser Podcast dreht sich um die größten medizinischen Errungenschaften – spannend erzählt von Schauspieler Ulrich Noethen. Neben Expertinnen und Experten lässt Noethen die Geschichte selbst zu Wort kommen. Diese Folge handelt von der Erfindung der Dialyse.  Die

Giftstoffe im Körper werden bei einem gesunden Menschen durch die Nieren kontrolliert und ausgeschieden – ein geniales Organ. Funktioniert es nicht, war das vor allem früher gefährlich. Die Erfindung der Dialyse, also der künstlichen Blutreinigung, ist für viele Menschen die Rettung. 1945 gelang mit der sogenannten Trommelniere, einer „Blutwaschmaschine“, die erste lebensrettende Dialyse. Was Blutegel und Wurstpellen mit der Erfindung zu tun haben, erfahren Sie in dieser Folge.

Expertin in dieser Folge: Prof. Dr. Marion Haubitz (https://www.klinikum-fulda.de/medizin-pflege/medizinische-klinik-iii-nephrologie/team/)

Der Podcast kann unter folgendem Link angehört werden:
https://siegedermedizin.podigee.io/6-blutwasche-von-dialyse-und-kunstlichen-organen

Dialyseshunt aus dem Bioreaktor in Studie langfristig haltbar

US-Forscherinnen haben einen Dialyseshunt entwickelt, der aus menschlichem Gewebe besteht und nach der Implantation langsam in den Körper integriert wird, wie histologische Untersuchungen in Science Translational Medicine (2019; doi: 10.1126/scitranslmed.aau6934) belegen.

Die Bioingenieurinnen Laura Niklason und Juliana Blum aus Durham in North Carolina arbeiten seit 2004 an einem biologischen Ersatz für menschliche Blutgefäße. Ausgangs­punkte für ihre HAV („human acellular vessels“) sind kleine Röhrchen aus dem Kunststoff Polyhydroxyessigsäure (PGA), der sich im Körper allmählich abbaut. Die Röhrchen werden im ersten Schritt in einem Bioreaktor mit menschlichen Muskelzellen intubiert. Die Zellen besiedeln innerhalb weniger Wochen die PGA-Röhrchen und bilden ein Netzwerk aus Kollagenfasern, das allmählich die PGA-Form ersetzt. Während dieser Zeit werden die Gefäße mit einer Flüssigkeit durchströmt, die durch ständigen Druckwechsel die Belastungen in einer pulsierenden Arterie imitiert. (Auszug aus Ärzteblatt, den gesamten Artikel können Sie hier lesen)