Zahl der Organspender sinkt weiter

Der bundesweite Abwärtstrend von Organspenden zeichnet sich in Hessen zwar nicht allzu stark ab. Die bessere Vergütung für Entnahmekliniken soll jedoch helfen, der Entwicklung entgegenzuwirken. Zusätzlichen Anlass zu Hoffnung gibt die neue Gesetzeslage.

Auszug aus dem Artikel:

...Auch bundesweit ist die Zahl der Spender zwischen Januar und Oktober 2019 im Vergleich zum Vorjahr gesunken – von 787 auf 775. Für Axel Rahmel (Medizinischer Vorstand der DSO) greifen diese Zahlen allerdings zu kurz. Dank der neuen Gesetzeslage hätten die Kliniken erstmals mehr potentielle Spender gemeldet, nämlich insgesamt 2522, knapp 220 mehr als im Vorjahr. Dass es aus unterschiedlichen Gründen, etwa wegen der fehlenden Einwilligung der Angehörigen, trotzdem nicht zu mehr Spenden gekommen sei, ändere nichts an dem Positivtrend. Deutschland müsse aber noch einen weiten Weg zurücklegen, denn die Bundesrepublik liege im Ländervergleich im Mittelfeld des unteren Drittels.

Weiter vorne sind Länder wie Spanien zu finden, in denen sich die Bürger aktiv gegen eine Organspende entscheiden müssen. Über eine ähnliche Regelung wird auch in Deutschland diskutiert, eine Entscheidung ist aber erst im Frühjahr 2020 zu erwarten. Rahmel kritisiert, dass in der Diskussion oft von einer „Pflicht zur Organspende“ die Rede sei. „Das ist Kokolores.“ Sollte das Gesetz in Kraft treten, sei die Hürde für ein Nein „minimal hoch“.

Ein Plädoyer für die Widerspruchslösung

Deutsche Transplantationsgesellschaft e.V. zum Thema Organspende

von Norbert Dörholt

(21.10.2019) Der Organspendermangel ist eklatant. Ein „weiter so“ ist in dieser Situation, wo jährlich tausende Menschen sterben, weil keine Spenderorgane zur Verfügung stehen, nicht hinnehmbar. Die DTG unterstützt daher den Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der doppelten Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz. Die Widerspruchslösung sei eine faire, ethisch vertretbare und gleichzeitig pragmatische Lösung.

Die Gründe hat die Deutsche Transplantationsgesellschaft umfassend in einem offenen Brief an alle Parlamentarier dargelegt. Dr. Bettina Albers von der Geschäftsstelle der Deutschen Transplantationsgesellschaft e.V. erklärt die Problematik im Informationsdienst Wissenschaft (idw), dem Nachrichtenportal für Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung, näher. Die Pressemitteilung ist hier einzusehen und den offenen Brief der Transplantationsgesellschaft stellen wir Ihnen als Download zur Verfügung.

Ehemaliger Verfassungsrichter nennt Bedingungen für Spahns Organspendemodell

Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hält die von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) vorgeschlagene Widerspruchs­lösung bei der Organspende unter bestimmten Bedingungen für zulässig. Verfassungsrechtliche Bedenken „teile ich nicht“, sagte Papier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zwar greife die Widerspruchslösung in das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit ein, stellte Papier fest. Doch dürfe dieses Grundrecht durch Gesetz eingeschränkt werden, wenn es wie bei der Organspende um den Schutz des Lebens und der Gesundheit anderer Menschen gehe (Auszug aus dem Ärzteblatt, den gesamten Artikel können Sie hier lesen).

Widersprechen oder zustimmen? Was man zur Organspende wissen sollte

Die Frage wird emotional diskutiert. Nun gibt es einen ersten Gesetzentwurf zur Organspende. Zahlen, Daten, Fakten für eine sehr persönliche Entscheidung. Diese Zusammenstellung gibt viele Informationen zum Ablauf einer Organspende: 

 

https://www.tagesspiegel.de/politik/widersprechen-oder-zustimmen-was-man-zur-organspende-wissen-sollte/24191246.html

Organspende: Ärzteparlament plädiert für die Widerspruchslösung

Die Widerspruchslösung sollte die derzeit bestehende Entscheidungslösung in der Organspende ersetzen. Dafür hat sich nach kurzer Debatte der 121. Deutsche Ärztetag 2018 in Erfurt ausgesprochen. Die Delegierten forderten den Gesetzgeber auf, das Transplantationsgesetz (TPG) entsprechend zu verändern. „Es kann von jeder Bürgerin und jedem Bürger nach der gesetzlich in § 2 Abs. 1 TPG geregelten Aufklärung durch die Krankenkassen erwartet werden, dass sie sich mit der Problematik auseinandersetzen und im Falle einer tatsächlichen Ablehnung ihr NEIN zur Organspende formulieren“, heißt es in dem Antrag.
Weitere Infos kann man hier nachlesen.