Xenotransplantation: Tiere als Organspender

(05.04.2022) Die Transplantation eines Schweineherzens als Ersatzteil für den menschlichen Körper: Ein Ärzteteam aus Maryland hat bewiesen, dass das Verfahren im Prinzip funktionieren kann. Der Patient verstarb allerdings nach zwei Monaten.

Auch wenn ein Schweineherz als Ersatzteil für den menschlichen Körper zunächst befremdlich klingt, ist das Herz eines Schweins dem des Menschen tatsächlich sehr ähnlich. Wenn die unterschiedlichen Erbanlagen nicht eine Abstoßungsreaktion hervorrufen würden, könnte ein Mensch mit einem Schweineherzen vermutlich Jahre und Jahrzehnte leben.
Was die Forschung hier schon erreicht hat und wie es weitergeht, zeigt die Reportage des NDR im Format "Visite" .

Nierenerkrankungen und Schwangerschaft

(30.03.2022) Es gibt eine neue AWMF-Leitlinie der AG Geburtshilfe und Pränatalmedizin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkoloigie und Geburtshilfe (DGGG) und der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) zur medizinischen Betreuung von Schwangeren, die an einer Nierenerkrankung leiden. Der Fokus liegt auf den Zusammenhängen der einzelnen Schwangerschaftsphasen mit der Nierenfunktion. 

Die Empfehlungen richten sich an Frauen mit Nierenerkrankungen sowohl in der Phase des Kinderwunsches als auch in der Schwangerschaft. Eine Nierenfunktionseinschränkung hat direkten Einfluss auf die Fertilität der Frau und geht im Falle einer Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Mutter und Kind einher. Je nach Ausprägung und Begleiterkrankungen stellt die Betreuung dieser Frauen in der Schwangerschaft daher eine besondere Herausforderung dar.

Die Empfehlungen gelten bereits ab dem Zeitpunkt des Kinderwunschs.

An der Erstellung der insgesamt 119 Seiten umfassenden Handlungsempfehlung waren dreizehn AutorInnen aus zehn Fachgesellschaften aus Deutschland und Österreich beteiligt. 

Der Bundesverband Niere hat diese Leitlinie in Form einer Broschüre zusammengefasst, die in verständlicher Weise erläutert, worauf nierenkranke Schwangere und ihre medizinischen Betreuer:innen achten müssen, damit Mutter und Kind gesund bleiben.
Die Broschüre kann kostenfrei hier downgeloaded werden. 
Der Originaltext der Leitlinie ist hier ebenfalls verfügbar.

Erster Mensch mit transplantiertem Schweineherz gestorben

(10.03.2022)  Rund zwei Monate nach der weltweit ersten erfolgreichen Schweineherztrans­planta­tion bei einem Menschen ist der Patient, David Bennett, gestorben. Das teilte die behandelnde Klinik in Baltimore (USA) gestern mit. Sein Zustand habe sich schon vor einigen Tagen verschlechtert.

Zur Todesursache lagen zu­nächst keine näheren Angaben vor. Zuvor müsse eine genaue Untersuchung vorgenommen werden, hieß es. Lange war der Zustand des 57-jährigen Patienten stabil geblieben. Zu einer akuten Abstoßungsreaktion kam es laut Universität nicht. Weitere Infos finden Sie im Ärzteblatt.

Nierenversagen im Kindesalter: Das Geschlecht beeinflusst Überlebenschancen

(08.02.2022) Das Geschlecht spielt eine Rolle: Chronische Nierenerkrankung wirken sich stärker auf die Gefäße von Mädchen aus als auf die von Jungen. Das konnten Forschende der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) jetzt in einer europäischen Studie zeigen. Zwar ist die Sterblichkeitsrate bei Kindern nach Nierentransplantation in den vergangenen Jahrzehnten gesunken, trotzdem ist sie im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung aufgrund von frühen kardiovaskulären Komplikationen immer noch sehr hoch. „Unsere neuen Ergebnisse können die höhere Sterblichkeit von Mädchen mit Nierenversagen erklären“, sagt Dr. Rizky Sugianto, Erstautorin der Studie. „Wir zeigen, dass Mädchen mit einer fortgeschrittenen chronischen Nierenerkrankung im Vergleich zu Jungen anfälliger für die Entwicklung einer Gefäßversteifung sind; dieser Unterschied bleibt auch nach der Transplantation bestehen.“ Die Gefäßsteifigkeit ist ein medizinisches Merkmal, um das Voranschreiten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu diagnostizieren. Die Ergebnisse veröffentlichen die Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler, Ärztinnen und Ärzte im derzeit wichtigsten Fachmagazin für Nierenerkrankungen, dem Journal Kidney International. Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der Medizinischen Hochschule Hannover im Informationsdienst Wissenschaft (idw). 

Die Originalarbeit finden sie unter https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0085253821011637?via%3Dihub

Humboldt-Stipendiatin entwickelt elektrochemische Sensoren zur Früherkennung von Nierenerkrankungen

(04.02.2022) Dr. Maria Rita Ortega Vega von der Universidade Federal do Rio Grande do Sul in Brasilien ist für die kommenden zwei Jahre im Rahmen eines Alexander von Humboldt-Forschungsstipendiums zu Gast an der Fakultät Chemie und Lebensmittelchemie der TU Dresden. Hier wird sie gemeinsam mit Gastgeber Prof. Stefan Kaskel an der Entwicklung neuartiger elektrochemischer Sensoren arbeiten, mit denen sich Nierenerkrankungen bereits anhand des Speichels erkennen lassen.

Die Nieren sind lebenswichtige Organe, die das Blut reinigen und viele Körperfunktionen beeinflussen. Bei vielen Nierenerkrankungen treten zunächst weder Schmerzen noch Symptome auf. Oft weisen erst infolge einer zufälligen Untersuchung Eiweiße oder nur mikroskopisch sichtbare Blutspuren im Urin auf eine Schädigung der Niere hin.

Die brasilianische Materialwissenschaftlerin Dr. Maria Rita Ortega Vega möchte an der Technischen Universität Dresden ein komplett neues Verfahren zur frühzeitigen Erkennung von Nierenerkrankungen entwickeln. Das Projekt “Nanostructured transition metal-based electrochemical sensor for salivary urea detection for kidney failure diagnostics” soll mittels elektrochemischer Techniken Harnstoff im Speichel nachweisen und quantifizieren zu können. Weitere Infos wurden im Informationsdienst Wissenschaft (idw) veröffentlicht.

Nierenschädigung bei Diabetes gezielt behandeln

(26.01.2022) Ein Forschungsteam des Uniklinikums Jena untersucht die molekularen Mechanismen der Nierenschädigung infolge von Diabetes. In einer aktuellen Studie konzentriert es sich auf das MORG1-Protein, das unter anderem im Fettstoffwechsel in der Niere eine Rolle spielt. Es trägt bei beiden Diabetestypen zur Nierenschädigung bei, allerdings in unterschiedlicher Weise. Anhand von diabetischen Mäusen konnte das Team nachweisen, dass eine verringerte Produktion des Proteins die diabetesbedingten Veränderungen in der Niere reduziert, und liefert damit den Ansatz für eine zielgerichtete Therapie zum Erhalt der Nierenfunktion.

Bei etwa einem Drittel aller Diabetespatienten zieht die Erkrankung auch die Nieren in Mitleidenschaft, sowohl beim jugendlichen Typ-1-Diabetes als auch beim weitaus häufigeren Typ-2-Diabetes, der auch als Alterszucker bezeichnet wird. Der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel führt zu massiven strukturellen Veränderungen der Niere und in der Folge, meist zusammen mit Bluthochdruck, zu Funktionseinschränkungen der Niere. In Deutschland ist das diabetische Nierenleiden die häufigste Ursache für chronisches Nierenversagen, das eine Dialyse oder Nierentransplantation notwendig macht. Die gesamte Pressemeldung ist im IdW-Informationsdienst Wissenschaft erschienen.

Transplantation gelingt: Hirntoter Mann erhält Schweinenieren

(21.01.2022)

  • US-Medizinerinnen und Mediziner haben erfolgreich Schweinenieren auf einen hirntoten Patienten übertragen.
  • Die Organe stammten von einem genetisch verändertem Schwein.
  • Bis so ein Eingriff hilft, den Mangel an Spenderorganen zu bekämpfen, wird es noch einige Zeit dauern.

Rund zwei Wochen nach der Transplantation eines Schweineherzens auf einen herzkranken Patienten berichten US-Mediziner und -Medizinerinnen von der Übertragung von Schweinenieren auf einen Menschen. Bei dem Eingriff ging es allerdings nicht darum, das Leben des Patienten zu retten, sondern um eine grundsätzliche Erprobung des Verfahrens – der Mann war zum Zeitpunkt der Transplantation bereits hirntot. Für einen deutschen Experten zeigt die Studie, wie weit die Xenotransplantation, also die Übertragung von tierischen Organen auf den Menschen, mittlerweile gekommen ist. Bis zur tatsächlichen Anwendung müssten jedoch noch einige Fragen beantwortet werden.

Die Ärzte und Ärztinnen der University of Alabama at Birmingham (UAB) hatten die Nieren eines genetisch veränderten Schweins auf den 57-jährigen, hirntoten Mann übertragen, wie sie im „American Journal of Transplantation“ berichten. Sie simulierten dazu so weit wie möglich jeden Schritt einer herkömmlichen Organspende zwischen zwei Menschen. „Mit dieser Transplantation konnten wir zeigen, dass man eine Niere von einem gentechnisch veränderten Schwein in einen erwachsenen, hirntoten Menschen implantieren kann und dass sie ihre Integrität behält, also normal durchblutet wird“, sagte die leitende Chirurgin Jayme Locke laut einer Mitteilung.
Weitere Informationen enthält der Artikel des Redaktionsnetzwerks Deutschland und ein Artikel im Ärzteblatt. 
Ein Interview mit dem Ethiker Nikolaus Knoepfler zu diesem Thema können Sie in der TAZ lesen.

Chance für Todkranke? US-Ärzte verpflanzen erstmals Schweineherz

(11.01.2022) Erstmals ist einem Menschen in den USA ein Schweineherz eingesetzt worden. Der schwer kranke 57-Jährige habe das Organ am Freitag bekommen, bisher gehe es es ihm gut, hieß es. Eine neue Hoffnung für Tausende, die auf ein Spenderorgan warten?

In Deutschland warten Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation zufolge derzeit mehr als 9.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Wie viele von ihnen ein neues Herz brauchen, ist unklar. Anfang 2021 lag die Zahl bei rund 700. Für die meisten von ihnen gibt es kaum Hoffnung, dass sie rechtzeitig operiert werden können: Die Wartelisten sind lang, Organspender gibt es viel zu wenige. Im Jahr 2021 konnten nur in 856 Fällen Spendern nach dem Tod Organe entnommen werden.

Die Meldung aus Baltimore vom Dienstag, dass US-Ärzte erstmals erfolgreich einem Menschen ein Schweineherz verpflanzt haben, gibt immerhin für die Zukunft Anlass zur Hoffnung. Fragen und Antworten.

Was ist das Besondere an der Operation?

Das Verpflanzen von Organen von tierischen Spendern an Menschen gilt als die Zukunft der Transplantationschirurgie. Schon jetzt leben viele Menschen mit einer Herzklappe, die aus dem Gewebe von Schweinen oder Rindern geformt wurde. Die aktuelle Operation in den USA ist allerdings ein gewaltiger Entwicklungssprung für die so genannte "Xenotransplantations"-Technik (xénos: altgriechisch für "fremd"): Erstmals wurde einem Menschen ein vollständiges Schweineherz implantiert. Die Ärzte von der University of Maryland in Baltimore erklärten am Montag, nach der OP am Freitag habe das Spenderherz seine Arbeit aufgenommen. Dem Patienten gehe es gut.
Weitere Infos bieten folgende Quellen:
WDR / BR24 / Ärzteblatt.de

Weitere Millionenförderung für Forschung an Zusammenhang zwischen Nieren- und Herz-Kreislauf-Leiden

Mediziner der Saar-Uni und der RWTH Aachen sowie beider Universitätskliniken untersuchen seit vier Jahren den Zusammenhang zwischen Nierenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese entstehen häufig als Folge einer Nierenerkrankung, so dass das Risiko, an einer kardiovaskulären Krankheit zu sterben, bei Nierenpatienten deutlich höher ist als bei Menschen mit gesunden Nieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert den Transregio-Sonderforschungsbereich nun in seiner zweiten Periode von 2022 bis 2025 mit rund 12,5 Millionen Euro.

Patienten, deren Nieren nicht mehr richtig funktionieren, haben mit einer Vielzahl von Einschränkungen und Komplikationen zu leben. Etwa 100.000 Menschen müssen in Deutschland regelmäßig zur Dialyse, rund 25.000 Menschen leben mit einer transplantierten Niere, deren Funktionen ebenfalls häufig eingeschränkt sind. Insgesamt leben in Deutschland schätzungsweise 1,5 bis zwei Millionen Menschen, die eine Einschränkung ihrer Nierenfunktion haben.

Diese haben oft auch mit Folgeerkrankungen zu kämpfen, deren Ursache in der fehlerhaften Arbeit der Nieren liegt, zum Beispiel Blutarmut (Anämie). „Das Hauptproblem sind aber tatsächlich kardiovaskuläre Krankheiten, an denen diese Patienten deutlich häufiger leiden als die Normalbevölkerung“, erklärt Professor Danilo Fliser, der die saarländischen Projekte des Transregio-Sonderforschungsbereichs leitet. „Ein Dialysepatient hat ein dreimal höheres Risiko, an einem Versagen des Herz-Kreislauf-Systems zu sterben als ein Mensch mit gesunden Nieren. Warum das so ist, ist medizinisch noch nicht hinreichend erforscht“, erläutert der Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten am Uniklinikum Homburg.

„In den vergangenen vier Jahren konnten wir nun herausfinden, dass eine Urämie, das heißt, eine Vergiftung des Körpers mit Substanzen, die eigentlich über den Urin ausgeschieden werden sollten, körpereigene Moleküle derart beeinflusst, dass eine Schädigung des Kreislaufsystems die Folge sein kann“, erklärt der Nephrologe. Außerdem haben die Medizinerinnen und Mediziner herausgefunden, dass es bei nierenkranken Patienten zu fehlgeleiteten Anpassungsprozessen im Körper kommen kann, in deren Folge das Herz-Kreislauf-System empfindlicher auf Störungen reagiert, mithin also leichter kardiovaskuläre Erkrankungen entstehen können. „Als ein Beispiel kann infolge einer Nierenfehlfunktion ein bestimmtes körpereigenes Eiweiß, das Matrix-Gla-Protein, nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden. Dieser Mangel kann zu einer gefährlichen Gefäßverkalkung führen“, führt Professor Fliser weiter aus.

Solche Prozesse im Körper können schwerwiegende Konsequenzen für die betroffenen Patientinnen und Patienten haben. „Nach einem ersten Herzinfarkt ist der zweite Infarkt bei Nierenerkrankten schlimmer als bei ansonsten gesunden Patienten“, erklärt der Fachmann, der im Forschungsverbund eng mit Kardiologen die Zusammenhänge zwischen Nierenkrankheiten und Herz-Kreislauf-System erforscht. „In der zweiten Förderperiode ist es daher eines unserer wichtigsten Ziele, herauszufinden, warum dies so ist, nachdem wir in der ersten Periode diesen Zusammenhang erkennen konnten.“

In 19 Teilprojekten inklusive eines gemeinsamen Graduiertenkollegs forschen Nephrologen und Kardiologen zu gleichen Anteilen miteinander. „Dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft einen solcherart aufgestellten Transregio unterstützt, zeigt auch den Stellenwert des Problems“, sagt Danilo Fliser. Einmalig in diesem Forschungsverbund sei vor allem das „Patientenkollektiv“, das den Arbeiten zugrunde liegt. Üblicherweise werden Forschungen, die kardiovaskuläre Erkrankungen zum Gegenstand haben, nicht vorwiegend auf Grundlage von Patienten konzipiert, die darüber hinaus auch noch an Nierenerkrankungen leiden. Das ist beim Verbund der saarländischen und Aachener Forscher nun anders.

Hintergrund:

Der Transregio „TRR 219: Mechanisms of Cardiovascular Complications in Chronic Kidney Disease“ ist ein gemeinsamer Forschungsverbund der Universität des Saarlandes und der RWTH Aachen. Insgesamt besteht er in seiner zweiten Förderperiode aus 19 Teilprojekten, die vom 1.1.2022 bis Ende 2025 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert werden. Die Fördersumme beträgt rund 12,5 Millionen Euro, von denen gut ein Drittel an die Universität des Saarlandes fließen. Sprecherhochschule ist die RWTH Aachen.

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:

Prof. Dr. Danilo Fliser

Tel.: (06841) 16 15040

E-Mail: Danilo.Fliser@uks.eu
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (IDW)

Verzögerung der Progression bei einer chronischen Niereninsuffizienz

(November 2021) Rund 40 Prozent der Patienten mit Typ-2-Diabetes (T2D) haben auch eine chronische Nierenerkrankung (CKD). Ohne adäquate Therapie verschlechtert sich die Nierenfunktion und endet meist in einer terminalen Niereninsuffizienz mit Dialysepflicht. Gleichzeitig ist das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Todesfälle erhöht.

Bei der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) wurden neue Ansätze diskutiert, wie bei einer chronischen Niereninsuffizienz die Progression in Zukunft besser verzögert werden kann.

Ein neuer Ansatz, um das Fortschreiten der CKD zu verzögern, zeichnet sich mit Finerenon* ab. Die präspezifizierte gepoolte Analyse FIDELITY vereint Daten aus zwei Phase-III-Studien zu Finerenon mit mehr als 13.000 Patienten. Im kombinierten kardiovaskulären Endpunkt wurde die Zeit bis zu einem kardiovaskulär bedingten Tod, einem nicht tödlichen Myokardinfarkt oder Schlaganfall und einer Herzinsuffizienz-bedingten Hospitalisierung (HHF) erfasst. Der renale Endpunkt war die Zeit bis zum Nierenversagen, ein anhaltender eGFR-Rückgang um mindestens 57% gegenüber dem Ausgangswert oder Tod durch Nierenversagen. Zusätzlich zu einer optimierten RAAS-Blockade senkte der erste nicht-steroidale, selektive Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonist das Risiko für das Auftreten des kombinierten kardiovaskulären Endpunktes um 14 %. Gleichzeitig senkte Finerenon vs. Placebo das Risiko für das Auftreten des kombinierten >57 % eGFR Nierenendpunktes um 23 %.2

Abhängig vom Stadium der CKD sollten 1–4 mal pro Jahr folgende Werte kontrolliert werden3:

• eGFR (Schwellenwert 60 ml/min/1,73 m²)

• UACR (Schwellenwert 30 mg/g)

• Blutdruck (Zielwert: ≤130/80 mmHg)

• HbA1c (Zielwert: 6,5-7,5 %)

• Lipide (besonders LDL-Cholesterin, ggf. Triglyzeride)

Doch zunächst müssen die Patienten erkannt werden. Für die Diagnose von CKD bei T2D sind besonders zwei Laborparameter entscheidend, die auch den Verlauf der Erkrankung abbilden: der Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin (urine albumin creatinine ratio, UACR) als Indikator für eine Nierengewebeschädigung sowie die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (estimated glomerular filtration rate, eGFR) als Indikator der Nierenfunktion. Ein erhöhtes Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko liegt bereits bei Patienten vor, deren UACR unter 30 mg/g liegt. Sowohl die Gesamtmortalität als auch die kardiovaskuläre Mortalität sind stark erhöht, wenn die eGFR-Grenze von 60 ml/min/1,73 m² deutlich unterschritten wird. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) empfiehlt darüber hinaus, regelmäßig den Blutdruck, den HbA1c und die Blutfettwerte zu bestimmen.

* Finerenon ist bislang nicht von der Europäischen Kommission zugelassen.

1) Afkarian M, et al. JASN 2013;24:302–308

2) Finerenone benefits patients with diabetes across spectrum of kidney disease (escardio.org) Filippatos G. Abstract 7161 presented at the European Society of Cardiology 2021 (ESC 2021)

3) Merker L, et al. Diabetologie 2020; 5 (Suppl 1):S170–S174 
Quelle: Medical Tribune/Diabetes Letter

Neuer Risikorechner prognostiziert Nierenversagen

(08.11.2021) Anhand von 6 routinemäßig verfügbaren Blut- und Urinwerten lässt sich die Gefahr eines Nierenversagens vorhersagen. Der neue Risikoscore hatte eine signifikant bessere Vorhersagekraft als der bisherige Goldstandard, Tangri-Score. Das zeigt die Auswertung der Daten von fast 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der German Chronic Kidney Disease (GCKD)-Studie, die im American Journal of Kidney Diseases publizierte wurde (AJKD 2021; DOI: 10.1053/j.ajkd.2021.05.018).
Wenn eine Niereninsuffizienz diagnostiziert wird, ist unklar, wann die Nieren gänzlich versagen, so dass eine Dialyse erforderlich wird. Mithilfe von maschinellem Lernen wurden aus 22 Laborparametern sowie demographischen Daten und Körpermaßen diejenigen herausgefiltert, die zur Vorhersage des Nierenver­sagens maßgeblich sind. Die neue Risikoformel umfasst 6 Laborparameter: Serum-Kreatinin, -Albumin, -Cystatin C und -Harnstoff, zusätzlich zu Hämoglobin und dem Albumin-zu-Kreatinin-Verhältnis im Urin.
Weitere Infos finden Sie im Ärzteblatt.

US-Chirurgen gelingt Schweinenieren-Transplantation an Mensch

(20.10.2021) Diese Nachricht erzeugt einerseits Hoffnung, andererseits auch Schrecken und ethische Bedenken, ob man Tiere als "Ersatzteillager" für Menschen nutzen darf.

Die Forschung zu dieser sog. "Xenotransplantation" gibt es schon seit vielen Jahren, ohne dass man auf eine baldige Anwendung beim Menschen hoffte. Zu viel musste noch gentechnisch bei den Schweinen, deren Organe genutzt werden sollen, verändert werden. 

Nun hat in den USA hat ein Team von Ärzten zum ersten Mal eine Schweineniere in einen Menschen transplantiert, ohne dass das Organ während der Zeit des Experimentes abgestoßen wurde. Das Experiment wurde an einer Patientin durchgeführt, die hirntod war und eine schwere Nierenfunktionsstörung hatte. 

Ihre Familie stimmte dem Experiment zu, bevor sie von den lebenserhaltenden Maßnahmen abgeschaltet werden sollte. Drei Tage lang wurde die neue Niere an ihren Blutgefäßen befestigt und außerhalb ihres Körpers aufbewahrt, sodass die Ärzte Zugang zu ihr hatten. Die Niere tat, was sie tun sollte – Abfall filtern und Urin produzieren – und löste keine Abstoßung aus.
Weitere Informationen und auch eine zurückhaltende Bewertung hat das Ärzteblatt veröffentlicht. Weitere Infos finden Sie auch auf der Internetseite des Bayerischen Rundfunks

Geniales Entsorgungssystem: Unsere Nieren

(21.10.2021) Die Nieren gelten unter Fachleuten als das klügste Organ des Menschen. Zwei hochleistende Filter- und Konzentrationsmaschinen, die gleich mehrere wichtige Aufgaben erledigen: Sie filtern mehrmals täglich das gesamte Blut des Menschen, um die darin enthaltenen Abfall- und Schadstoffe zu entfernen. Sie produzieren Hormone, sind wesentlich an der Einstellung des Blutdrucks beteiligt, halten Volumen und Konzentration des Blutes konstant und kümmern sich um unseren Säure-Basen-Haushalt. Obwohl jeder Mensch zwei Nieren besitzt, können wir auch nur mit einer von ihnen überleben. Warum wir dennoch zwei Nieren haben, ist bis heute ein großes Rätsel. 

Die Serie im Bayerischen Rundfunk "Bayern 2" gibt in mehreren Teilen einen Überblick über die Funktion unserer Nieren und was bei verschiedenen Erkrankungen passiert:
Die einzelnen Teile können im Internet eingesehen werden.

  • Unsere Nieren
  • So wird das Nierenzellkarzinom behandelt
  • Wie Nierensteine behandelt werden
  • Die Nierenbeckenentzündung
  • Akutes Nierenversagen
  • Chronischer Nierenschaden
  • Das nephrotische Syndrom
  • Autoimmunerkrankungen der Niere
  • Polyzystische Nierenerkrankung
  • Corona und die Nieren
  • Acht Tipps für ein nierengesundes Leben

Renale Anämie: EMA gibt grünes Licht für Roxadustat

(02.07.2021) Die renale Anämie, die eine häufige Begleiterscheinung der chronischen Niereninsuffizienz ist, kann künftig ohne regelmäßige Injektionen von Erythropoetin oder seinen Analoga behandelt wer­den. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat dieser Tage grünes Licht für die Zulassung von Roxadustat gegeben, einem oral verfügbaren HIF-PH-Inhibitor.

Der in China entwickelte Wirkstoff wurde mehreren klinischen Studien geprüft. Er hat dort den Hämo­globinwert von nicht dialysepflichtigen Patienten im Vergleich zu Placebo gesteigert und bei dialyse­pflichtigen Patienten eine vergleichbare Wirkung wie Epoetin alfa erzielt. Die Ergebnisse der beiden maßgeblichen Studien waren vor 2 Jahren im New England Journal of Medicine (2019; DOI: 10.1056/NEJMoa1813599 publiziert worden.
Die gesamte Pressemitteilung lesen Sie hier.

PKD-Symposium "Familiäre Zystennieren" am 19. Juni 2021

Das bewährte Symposium des Vereins PKD-Familiäre Zystennieren fand aufgrund der Corona-Beschränkungen auch in diesem Jahr nur online statt. In Zusammenarbeit mit dem Klinikum rechts der Isar in München wurde ein vielseitiges Vortragsprogramm zusammengestellt zu folgenden Themen: Maßnahmen bei PKD / Was tun, wenn die Nieren ausfallen (Dialyse und Transplantation) / Neue Therapien / Rehabilitation in der Nephrologie.
Ein Kurzbericht gibt einen gestrafften Überblick über die Inhalte. Einige Vorträge sind auch auf dem youtube-Kanal des PKD-Vereins abrufbar.

https://www.youtube.com/watch?v=5SjK0WwiXZc

https://www.youtube.com/watch?v=tTgJfaAHXmg

https://www.youtube.com/watch?v=X39lcLFpFa8

https://www.youtube.com/user/zystennieren

Kampagne "Strong Kidneys"

(09.06.2021) Europaweite Kampagnen für gesunde Nieren.

Bei jedem zehnten Erwachsenen in Europa ist die Nierenfunktion eingeschränkt. Fatal ist, dass viele Betroffene nichts von ihrer fortschreitenden Nierenschwäche merken. Um das Bewusstsein für die Bedeutung unserer Nieren zu schärfen und der Bevölkerung zu zeigen, wie sie ihre Nieren schützen kann, hat Prof. Dr. Christoph Wanner, ERA-EDTA-Präsident und Leiter der Nephrologie am Universitätsklinikum Würzburg, die Kampagne „Strong Kidneys“ initiiert.

Nierenerkrankungen werden unterschätzt. Sie verlaufen langsam und „leise“, viele Betroffene entwickeln erst kurz vor dem Organversagen Symptome, wenn der „point of no return“ bereits überschritten und eine chronische Dialysebehandlung oder eine Nierentransplantation indiziert ist. Zudem sind die Symptome anfangs sehr unspezifisch. Wer denkt schon bei anhaltender Müdigkeit, geschwollenen Beinen und Augen, Muskelkrämpfen und Knochenschmerzen, juckender Haut und Appetitlosigkeit direkt an eine Nierenerkrankung?

Dabei sind Nierenerkrankungen alles andere als selten – sie betreffen in etwa 10% der Bevölkerung – und alles andere als harmlos. Unbehandelt können die Betroffenen auf die Dialysepflichtigkeit zusteuern und darüber hinaus machen Begleitkomplikationen mitunter schon viel früher Probleme als die Nieren selbst. Nierenerkrankungen sind ein Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen und viele Betroffene erleben nicht einmal das Stadium der Dialysepflichtigkeit, einfach weil sie zuvor kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen erliegen, die ohne die zugrundliegende Nierenerkrankung gar nicht eingetreten wären. „Das macht die Früherkennung von Nierenerkrankungen so wichtig und effektiv: Sie verhindert bzw. verzögert nicht nur die Dialysepflichtigkeit, sondern auch kardiovaskuläre Ereignisse, kurz: Sie ist nicht nur Nieren, sondern auch Gefäßschutz“, erklärt Professor Christoph Wanner, Präsident der ERA-EDTA und Initiator der Kampagne „Strong Kidneys“. Somit rechne sich ein früher Blick auf die Nieren auch volkswirtschaftlich. „Die Vorsorgeuntersuchungen, die Erhebung der GFR aus dem Blutserum und die Messung der Albuminurie im Urin, kosten nur wenige Euros, die sich langfristig auszahlen!“
Weitere Infos können Sie in der Pressemitteilung des Informationsdienstes Wissenschaft lesen.

WHO empfiehlt Grenzwerte für Salzgehalt in Nahrungsmitteln

(11.05.2021) Nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) gehen weltweit elf Millionen Todesfälle im Jahr auf Risikofaktoren in der Ernährung zurück, drei Millionen davon auf den Verzehr von zu viel Salz. Heute legte die WHO eine Tabelle mit empfohlenen Höchstwer­ten für einige Dutzend Nahrungsmittel vor.

So sollen etwa 100 Gramm süße Kekse nicht mehr als 265 Milligramm Salz enthalten. Unter den rund 60 Richtwerten sind außerdem: Popcorn, Nüsse und Kerne 280, Sauerteig- oder Hefebrot 330, tiefgekühlte Pizza 450, Käse wie reifer Gouda 625, Tomatenketchup 650 und Muskelfleisch wie Serranoschinken 950 – heißt: 100 Gramm dieses Schinkens sollen nicht mehr als 950 Milligramm Salz enthalten.

Allgemein empfiehlt die WHO, nicht mehr als fünf Gramm Salz pro Tag zu sich zu nehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt höchstens sechs Gramm. Sie berichtete aber in einer Studie 2019, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich 8,4 Gramm und Männer zehn Gramm Salz zu sich nehmen. 50 Prozent der Männer und 38,5 Prozent der Frauen nehmen täglich mehr als zehn Gramm Salz auf.

Zu viel Salz konsumieren kann nach Angaben von Experten den Blutdruck und damit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Solche Erkrankungen machen fast ein Drittel der weltweiten Todesfälle aus, die nicht auf ansteckende Krankheiten zurückzuführen sind. Zu salzhaltiges Essen könne auch zu chro­nischen Leberkrankheiten, Nierenleiden, Fettleibigkeit und Magenkrebs beitragen, so die WHO (Quelle: Deutsches Ärzteblatt)

Podcast über das Leben mit Zystennieren

(02.05.2021) Etwa 80.000 Menschen in Deutschland sind von Zystennieren (ADPKD) betroffen. Dabei handelt es sich um eine systemische Erkrankung, von der auch andere Organe betroffen sein können, häufig die Leber. Da die Erkrankung so viele unterschiedliche Verläufe hat, hat auch jede*r Betroffene seine/ihre eigene Geschichte und ist mit anderen Herausforderungen konfrontiert. Der bundesweit agierende Verein PKD - Familiäre Zystennieren e. V. hat vor kurzem eine Podcast-Reihe gestartet. In jeweils 15-minütigen Interviews berichten Betroffene davon, wie sie ihren Alltag mit der Krankheit gestalten und sie gelernt haben, mit den Herausforderungen ein Einschränkungen zu leben.
Die Podcasts zum Anhören und Herunterladen sind unter https://pkd.podigee.io zu finden.

Neue klinische Studie zu ketogener Diät bei Patienten mit polyzystischen Nieren

(02.05.2021) An der Kölner Universität und Uniklinik startet eine klinische Studie, die eine ketogene Diät bei Patienten mit polyzystischen Nieren untersucht / Unterstützt wird die Studie von der amerikanischen PKD Foundation (polycystic kidney disease)

Ein Kölner Forschungsteam startet eine Studie zur ketogenen Ernährung bei Patienten, die von der vererbbaren polyzystischen Nierenerkrankung (ADPKD, Zystennieren) betroffen sind. Eine ketogene Diät zeichnet sich durch eine kohlenhydrat- und zuckerarme, aber fettreiche Ernährung aus. Unter der Leitung von Prof. Dr. Roman-Ulrich Müller, Oberarzt der Klinik II für Innere Medizin der Uniklinik Köln und Forschungsgruppenleiter am Exzellenzcluster für Alternsforschung CECAD sowie am Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK), und Dr. Franziska Grundmann, Oberärztin und Leiterin des Studienzentrums der Klinik II für Innere Medizin, startet die „First in Men“ – Translationale Studie Keto-ADPKD mit 63 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern.  Die Studie ist für einen Zeitraum von knapp zweieinhalb Jahren angesetzt. Die ersten Ergebnisse werden im Herbst 2022 erwartet.
Weitere Informationen kann man direkt bei der Uniklinik Köln erhalten, Prof. Dr. Roman-Ulrich Müller

+49 221 478 30966, roman-ulrich.mueller@uk-koeln.de 
https://www.cecad.uni-koeln.de/de/ueber-cecad/news/artikel/zystennieren-studie-untersucht-ernaehrung-als-schluesselfaktor-bei-nierenerkrankung/ 

Familiäre Zystennieren: Neuer Therapieansatz?

Die "Zystennieren" sind eine der häufigsten Erbkrankheiten weltweit. Bisher gibt es keine Heilung. Neue Erkenntnisse in Tierversuchen und Zellkulturen könnten evtl. zu einer weiteren Behandlungsmöglichkeit führen, neben dem bereits für bestimmte Verlaufsformen zugelassenen Medikament "Jinarc". Forscherinnen und Forscher der Universität Regensburg und des Universitätsklinikums Erlangen zeigen in einer umfangreichen Untersuchung, dass der Chloridkanal TMEM16A wesentlich zum Zystenwachstum beiträgt und eine pharmakologische Hemmung von TMEM16a das Zystenwachstum signifikant reduziert. Dies wird durch 2 Medikamente erreicht, die in der Humanmedizin bereits zu anderen Zwecken zugelassen sind. Bisher waren die Medikamente erfolgreich in der Maus und in Zellexperimenten.  Weitere Informationen zu den Forschungen finden Sie im IDW - Informationsdienst Wissenschaft  und im MTA Dialog.

"Schatzkiste Soziales" Neue Plattform zum Sozialrecht

Der Bundesverband Niere e. V. hat ein neues Webportal gestartet, das ausführliche Informationen zu sozialen und sozialrechtlichen Fragen der chronischen Nierenerkrankung bietet.
Die schon lange u. a. im Rahmen des Nierentelefons für den Bundesverband tätige Sozialpädagogin Nicole Scherhag ist federführend für den Aufbau und den Inhalt der Portals zuständig. "Über Jahre wurden Informationen und Unterlagen erfahrener Patienten zusammengetragen, um von diesem reichen Erfahrungsschatz profitieren zu können" (Zitat aus "Der Nierenpatient", H. 4/2020).
Die neue Plattform soll durch klare und übersichtliche Gliederung dem Ratsuchenden eine Hilfestellung bieten in dem oft unübersichtlichen Gestrüpp des Sozialrechts.
Die Präsentation der Informationen ist zugeschnitten auf die drei Gruppen Junge Menschen, Erwachsene und Senioren sowie auf die drei Phasen Prädialyse, Dialyse und Transplantation.
Probieren Sie es aus, das neue Portal "Schatzkiste Soziales" ist ab sofort online:

https://www.sozialrecht-nierenpatienten.online/

Neuer YouTube-Kanal: Studio "Selbsthilfe"

Die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz e.V. (LAG Selbsthilfe RLP) führt den neuen YouTube-Kanal „Studio Selbsthilfe“ ein.
Die Digitalisierung ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit, welche die Art und Weise, wie Menschen kommunizieren und Informationen beziehen, grundlegend und flächendeckend verändert. Somit müssen alle Akteure des gesellschaftlichen Lebens zwangsläufig entsprechende Strategien entwickeln, wenn sie und ihre Tätigkeiten weiterhin wahrgenommen werden sollen. Das bedeutet, dass auch Selbsthilfeverbände von Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen und deren Angehörigen vermehrt und systematisch digitale Angebote schaffen müssen, die im Idealfall jüngere und ältere Zielgruppen ansprechen. Denn so lässt sich noch eine weitere Herausforderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe angehen: die Nachwuchsgewinnung für einen gelungenen Generationenwechsel.

„Um junge Menschen für die Selbsthilfe zu gewinnen, müssen diese zunächst überhaupt einmal wissen, dass es sie gibt und was man darunter alles versteht. Oft assoziieren Menschen mit dem Begriff „Selbsthilfe“ eine Gruppe von Menschen im Stuhlkreis. Beispielsweise in Filmen wird diese Situation häufig aufgegriffen und hat oft einen verstaubten und erzwungenen Charakter“ teilt Johannes Schweizer, Geschäftsführer der LAG Selbsthilfe RLP, mit und schlussfolgert: „Daher muss der Begriff „Selbsthilfe“ allgemein erst mal neu besetzt werden - und zwar modern, authentisch und ansprechend. Dies kann dadurch gelingen, wenn niedrigschwellig, verständlich und locker jene Themen angesprochen werden, mit denen sich viele junge Menschen identifizieren“.

Nach und nach soll der YouTube-Kanal die Vielfalt und Bandbreite von Selbsthilfe-Aktivitäten sichtbar machen, Vereinsstrukturen erklären, die Errungenschaften und Herausforderungen der letzten Jahrzehnte thematisieren und natürlich auch Vorbehalte und Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen und Menschen mit chronischen Erkrankungen aufgreifen und einen Beitrag dazu leisten, diese abzubauen. Unterschiedliche Menschen werden im Rahmen von Interviews zu Wort kommen, um ihre persönlichen Erfahrungen zu teilen und zum Austausch über die Kommentarfunktion des YouTube-Kanals anzuregen.

Den Auftakt des YouTube-Kanals machen ein kurzes Vorstellungsvideo und eine thematische Einführung des Fernseh- und Internetmediziners Dr. Johannes Wimmer. Er erklärt aus Sicht eines Mediziners, was gesundheitsbezogene Selbsthilfe ist und welchen Mehrwert diese für die Gesundheit und die Gesellschaft hat.

 Es folgen Interviews mit Aktiven der LAG Selbsthilfe Baden-Württemberg und des Bundesverbandes Aphasie sowie mit Spitzensportler Niko Kappel. Geplant ist, jeden Monat 1-2 Videos zu veröffentlichen. Das Projekt ist auf 3 Jahre angelegt und wird durch die freundliche Unterstützung der Techniker Krankenkasse ermöglicht.

Um kein Video zu verpassen, kann der Kanal nach Anmeldung bei YouTube abonniert werden. Alternativ können Sie eine inhaltslose E-Mail mit dem Betreff „Abo Studio Selbsthilfe“ an folgende E-Mail schicken: studio.selbsthilfe@lag-sb-rlp.de. Sie werden dann über das Hochladen jedes neuen Videos informiert.
Den YouTube-Kanal „Studio Selbsthilfe“ erreichen Sie über folgenden Link:

https://www.youtube.com/channel/UCUCTF8waaos2nieoX3ob5UA

 

Neue S3-Leitlinie zu chronischer nicht-dialyse­pflichtiger Nierenerkrankung

Eine neue Leitlinie zur Betreuung von Patienten mit chronischer nicht-dialysepflichtiger Nierenerkrankung in der Hausarztpraxis hat die Deutsche Ge­sell­schaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) erarbeitet.

In Deutschland weisen Schätzungen zufolge rund zehn Prozent der Bevölkerung eine chronische Nierenkrankheit auf. Bei vielen liegt aber laut den Fachgesellschaften nur eine leichtgradige, oft altersbedingte Nierenschwäche vor, die in der Regel nicht schnell voranschreitet und daher auch keiner intensiven Therapie und fachärztlichen Versorgung bedarf.
Weitere Informationen finden Sie im Deutschen Ärzteblatt

Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren können Nierenfunktion bei Typ-2-Diabetes nicht erhalten

Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren in Fischöl-Kapseln oder mit Vitamin D haben in einer randomisierten klinischen Studie den allmählichen Rück­gang der Nierenfunktion bei Patienten mit Typ-2-Diabetes nicht verlangsamt. Die Ergeb­nisse wurden auf der Tagung Kidney Week in Washington vorgestellt und im amerikani­schen Ärzteblatt (JAMA 2019; DOI: 10.1001/jama.2019.17380) veröffentlicht. Einen Bericht zur Studie können Sie im Aerzteblatt.de nachlesen.

2 Mio. Euro für Forschungskollegs zu seltenen Erkrankungen der Nieren und der endokrinen Organe

Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Sanna Börgel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/ Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit seltenen Erkrankungen

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) und die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (ELHKS) fördern die Einrichtung zweier Forschungskollegs. Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden und das Universitätsklinikum Erlangen konnten sich im Rahmen der Ausschreibung mit ihren Konzepten für die Ausbildung von Clinician Scientists durchsetzen und erhalten für deren Umsetzung jeweils 1 Mio. Euro. Insgesamt haben sich mehr als die Hälfte aller medizinischen Fakultäten auf die Ausschreibung beworben. Schwerpunkt in Dresden ist die Erforschung seltener endokriner Erkrankungen, in Erlangen wird der Fokus auf seltenen Nierenerkrankungen liegen.

Forschungskolleg des Universitätsklinikums Erlangen zum Thema „Seltene Nierenerkrankungen“:

Dieses Forschungskolleg soll sich spezifisch um die Ausbildung von jungen Clinician Scientists bemühen, die sich im Feld der seltenen Nierenerkrankungen sowohl klinisch als auch wissenschaftlich weiterbilden sollen. „Die patientenorientierte translationale Forschung und das Training von gut ausgebildeten klinischen Forschern, die in diesem Feld fundierte klinische und wissenschaftliche Fachkenntnisse ausbilden, hat sich gerade im Bereich der seltenen Nierenerkrankungen als schwierig herausgestellt“, erklärt Prof. Dr. Mario Schiffer, Direktor der Medizinischen Klinik 4 – Nephrologie und Hypertensiologie des Uni-Klinikums Erlangen. „Daher halten wir es für wichtig, vor allem in diesem Bereich ein strukturiertes Forschungs- und Ausbildungscurriculum für junge Kliniker vorzulegen, das den translationalen Aspekt von Patientenversorgung sowie klinischer Forschung und Grundlagenforschung miteinander kombiniert.“

Die Vernetzung mit zwei weiteren überregionalen Zentren, den Universitätskliniken Köln und Hamburg-Eppendorf, ermöglicht sowohl wissenschaftlichen als auch klinischen Austausch mit ausgewiesenen nephrologischen Abteilungen, in denen die Ausbildung von Clinician Scientists ebenso höchste Priorität hat.

Die gesamte Pressemitteilung kann hier eingesehen werden.

Internisten warnen vor Verzicht jodhaltiger Kontrastmittel aus Angst vor Nierenschäden

Manche Kontrastmittel stehen unter Verdacht, Nierenschäden zu verursachen. Wie aktuelle Studien und Metaanalysen nahelegen, ist dieses Risiko jedoch lange Zeit stark überschätzt worden, teilt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) mit. Sie verweisen auf jüngere Daten, die darauf hinweisen, dass die Mehrzahl akuter Nierenschäden nach Röntgen gar nicht mit einer Kontrastmittelgabe in Verbindung stehen (New England Journal of Medicine 2019). Die DGIM rät daher dazu, nicht voreilig auf Kontrastmittel zu verzichten. Der Nutzen einer Röntgenuntersuchung müsse gegen das – relativ geringe – Risiko einer akuten Nierenschädigung abgewogen werden.
Der gesamte Artikel ist abrufbar nach Registrierung im Internetportal aerzteblatt.de

Forscher implantieren künstliche Nieren bei Schweinen

San Francisco – US-Forscher haben den Prototypen einer künstlichen Niere bei Schweinen implantiert. Während des 3-tägigen Probebetriebs ist es laut ihrem Bericht auf der Tagung KidneyWeek 2019 der American Society of Nephrology zu keinen Komplikationen gekom­men. Erste klinische Studien sind in Planung.
Forscher der Universität von Kalifornien in San Francisco versuchen seit mehr als einem Jahrzehnt, diesen komplexen Stoffaustausch in einer künstlichen Niere zu realisieren, die nicht größer als ein Kartenspiel ist. Das Ziel ist, die künstliche Niere im Becken zu implantieren. Dort soll sie einerseits mit den großen Blutgefäßen verbunden werden, die das Blut mehrmals täglich durch das Implantat spülen. Am Ausgang soll die künstliche Niere an einem Ureter angeschlossen werden, der den Harn in die Nieren leitet. 
Der gesamte Artikel ist abrufbar nach Registrierung im Internetportal aerzteblatt.de

1. Journalistenpreis der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie vergeben

Auf ihrer Jahrestagung in Düsseldorf hat die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) erstmals einen Journalistenpreis vergeben. Prämiert wurden Medienschaffende, die sich in herausragenden Beiträgen journalistisch mit dem Thema Nierenkrankheiten auseinandergesetzt, dieses öffentlichkeitswirksam aufbereitet und damit einen Beitrag zur Prävention geleistet haben. Den Preis, der mit insgesamt 5.000 EUR dotiert ist, die zwischen zwei Kategorien geteilt werden, erhielten Marie Rövekamp, „Der Tagessspiegel“ (Kategorie Printmedien) und Regine Hauch, WDR (Kategorie TV/HF/digitale Medien).

Den beiden Preisträgerinnen ist es nach Einschätzung des Preiskomitees unter der Leitung des DGfN-Pressesprechers Prof. Dr. Jan C. Galle, Lüdenscheid, besonders gut gelungen, Empathie für Menschen mit einer Nierenerkrankung zu wecken und komplexe medizinischen Zusammenhänge verständlich darzustellen. „Die größte Kunst ist es, Medizinthemen sachlich richtig und trotzdem laienverständlich darzustellen und auch die richtige Balance zwischen Information und Emotion zu erreichen. Natürlich wünschen wir uns, dass Nierenkrankheiten mehr in den Schlagzeilen auftauchen, aber wir wollen auch keine Panikmache oder unseriöse Berichterstattung.“  Die gesamte Pressemitteilung, verfasst von Dr. Bettina Albers,  Pressearbeit der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN), können Sie hier nachlesen.

Oxalsäure kann Funktionsverlust der Nieren beschleunigen

Boston – Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und einer hohen Ausscheidung von Oxalsäure hatten in einer prospektiven Kohortenstudie in JAMA Internal Medicine (2019; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.7816) ein erhöhtes Risiko, in den Folgejahren ein chronisches Nierenversagen zu entwickeln.

Seit Längerem ist bekannt, dass Oxalsäure, die in einigen Gemüsearten (Rhabarber, Spinat), Kohlsorten, Nüssen, Kakao und Tee in höherer Konzentration enthalten ist und im Stoffwechsel anfällt, die Nieren schädigen kann. Oxalsäure ist außerdem in 80 % aller Nierensteine vorhanden (die sich aber meist in den abführenden Harnwegen bilden). 

Bislang gingen die Forscher davon aus, dass eine schädliche Wirkung auf die Nieren selbst auf wenige Patienten beschränkt ist, bei denen es aufgrund seltener genetischer Stoffwechselstörungen (primäre Hyperoxalurie) oder einer vermehrten Resorption aus dem Darm (enterische Hyperoxalurie) oder nach Vergiftungen (Ethylenglycol) zu einer erhöhten Ausscheidung über die Nieren kommt.

Sushrut Waikar von Brigham and Women’s Hospital in Boston und Mitarbeiter können jetzt jedoch zeigen, dass auch eine Oxalsäureausscheidung in einem bisher als unbedenklich eingestuften Bereich mit einem Nierenfunktionsstörungen verbunden ist. Die Forscher haben die Daten der CRIC-Kohorte („Chronic Renal Insufficiency Cohort“) ausgewertet, die seit 2003 eine Gruppe von 3.939 Patienten begleitet, bei denen eine Einschränkung der Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate 20 bis 70 ml/min/1,73m2) festgestellt worden war.

Bereits bei der Eingangsuntersuchung war aufgefallen, dass die Teilnehmer mit der höchsten Ausscheidung von Oxalsäure die schlechteste Nierenfunktion hatten. In den Folgejahren bis 2008 kam es dann bei den Patienten mit höheren Oxalsäure­konzentrationen im Urin zu einem rascheren Verlust der Nierenfunktion.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101430/

Blutdruck-Leitlinie: 140/90 mm Hg bleibt

Auch in der neuen Europäischen Blutdruck-Leitlinie, die aktuell publiziert wurde, markiert der Grenzwert von 140/90 mm Hg die «rote Linie». Erst dann kommen Blutdrucksenker ins Spiel. Lebensstilmaßnahmen zum Gegensteuern werden bereits davor empfohlen: Das ist effektiv und schützt vor einem kardiovaskulären Ereignis wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Gefahr einer möglichen Untertherapie sieht die Deutsche Hochdruckliga nicht.  Weitere Infos finden Sie in der Pressemitteilung der Deutschen Hochdruckliga.
Die Originalpublikationen sind:

Williams B, Mancia G et al. 2018 ESC-ESH Guidelines for the Management of Arterial Hypertension. J Hypertens 2018 (in press)
Wright JT, Jr., Williamson JD, Whelton PK et al. A Randomized Trial of Intensive versus Standard Blood-Pressure Control. N Engl J Med 2015; 373: 2103-2116

 

Projekt "PatientenBegleiter" gewinnt

Am 20. Juni 2018 wurden in Berlin 25 soziale Initiativen im Rahmen des "start-social"-Wettbewerbs im Kanzleramt geehrt.  Das vom Bundesverband Niere e. V. geförderte Projekt "PatientenBegleiter" war unter den Gewinnern der diesjährigen Runde. Mittlerweile gibt es rund 100 ehrenamtliche Patientenbegleiter in Deutschland. Auch in unseren Reihen sind drei Patientenbegleiter für Sie da. Diese unterstützen chronisch nierenkranke Menschen und deren Angehörige. Sie sind in der Regel selber betroffen und können Patienten in Krisenzeiten und bei Fragen des Sozialrechtes begleiten. 
Unsere Patientenbegleiter sind:
Meinhart Rick, Mobil: 0179 5955667

Wolfgang Dorp, Tel.: 0173 9010632

Nieren-Spende auch mit Hepatitis C möglich

Nieren können auch gespendet werden, wenn sie mit Hepatitis C infiziert sind. Das soll ein Organspende-Experiment in den USA bewiesen haben. Weitere Infos finden Sie hier.

Wasser trinken bei Nierenerkrankungen

Die verbreitete Annahme, dass Menschen mit Nierenkrankheiten viel Wasser trinken sollten, um die schwindende Organfunktion zu erhalten, hat sich in einer randomisierten klinischen Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2018; 319: 1870–1879) nicht bestätigt. Weitere Informationen finden Sie einem Artikel des Deutschen Ärzteblattes 

Forscher stellen im Labor Nierengewebe her

Laut Bericht im Deutschen Ärzteblatt ist es britischen Forschern gelungen, aus menschlichen Stammzellen in Zellkulturen funktionelles Nierengewebe herzustellen, das nach der Implantation bei Mäusen begann, Urin zu produzieren. Die in Stem Cell Reports (2018; doi: 10.1016/j.stemcr.2018.01.008) vorgestellten Ergebnisse lassen sich vorerst nicht in der Klinik nutzen, könnten aber für die Erforschung von Nierenerkrankungen nützlich sein. Weitere Infos finden sie im Ärzteblatt.

Atemberaubende Einblicke in das Hochleistungsorgan Nieren

Der Verein PKD Familiäre Zystennieren e. V. hat ein neues Video produzieren lassen, in dem das Zystenwachstum und deren Auswirkungen bei #ADPKD anschaulich beschrieben wird. Das Video wurde beauftragt von Otsuka Pharma GmbH. Viele Ideen von PKD Familiäre Zystennieren e.V. sind in das Video im Rahmen von Workshops eingeflossen. Sie finden das Video auf youtube

Transplantation: Neuer Stand der Forschung

 Der Bedarf an Spenderorganen ist in Deutschland weitaus höher als die Zahl der Organspenden. Deswegen werden sichere Alternativen zur Organspende gesucht. Eine Forschungslinie beschäftigt sich dabei mit der Verpflanziung von tierischen Organen in Menschen. Der ideale tierische Spender ist dabei das Schwein. Inzwischen werden transgene Schweine gezüchtet, deren Organe vom Immunsystem des Empfängers nicht sofort als Fremdkörper identifiziert und zerstört werden. Damit besteht die Möglichkeit weiterer Forschungen zur Stabilisierung des Transplantats im Empfänger.

 Den ganzen Artikel finden Sie hier.

Apothekenversandhandel

In der Presse konnte man über die Idee des Bundesgesundheitsministers lesen, den Apothekenversandhandel von der Belieferung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten auszuschließen. Dies würde neben den Kosteneinsparungen, die diese Apotheken gerade chronisch kranken Patienten bieten, vor allem auch Patienten im ländlichen Raum betreffen, die oft keine Apotheke in der näheren Umgebung haben. Unser stellvertretender Vereinsvorsitzender, Meinhart Rick, hat daher in dieser Angelegenheit an die  beiden PoliterInnen Andrea Nahles und Ulrich Kelber geschrieben, mit denen der IG Niere Vorstand im letzten Jahr auch schon Gespräche zur Situation nierenkranker Patienten geführt hat.
Die Antworten von Andrea Nahles und Ulrich Kelber waren in unserem Sinne. Beide setzen sich dafür ein, dass die qualitativ sehr gute, schnelle und kostengünstige Serviceleistung der Versandapotheken für verschreibungspflichtige Medikamente bestehen bleibt. Die Antworten sind hier nachzulesen: Andrea Nahles / Ulrich Kelber