TAG DER ORGANSPENDE 2020 

Wegen der Corona Krise wurden zum Tag der Organspende bundesweit zwar alle Großveranstaltungen abgesagt. Dennoch leisteten an diesem besonderen Tag zu Jens Spahns Appell "Informieren Sie sich, treffen Sie eine persönliche Entscheidung und dokumentieren Sie diese“ viele kleinere Gruppen und Organisationen, wie hier die Akteure der Interessengemeinschaft Niere Rhein-Ahr-Eifel e.V., Aufklärungsarbeit für die Bürger zu dem weiterhin sensiblen Thema „Organ – und Gewebespende“.

Dazu ließ sich die Vorstandsgruppe der IGN dieses Mal etwas Besonderes einfallen. In Zusammenarbeit mit dem Atelier Dennis Josef Meseg wurden auf dem Bonner Münsterplatz weiß/ rot maskierte Schaufensterfiguren um unseren Infostand platziert. Erfreulicherweise ließ die Wirkung auf die beeindruckenden Kunst-Skulpturen nicht lange auf sich warten. Wie ein Magnet zogen sie viele Blicke auf sich, wobei letztendlich das Interesse auf das Thema Organspende gelenkt wurde. Viele Interessenten informierten sich mit allerlei Fragen zu den Themen und wünschten dazu Info-Material sowie Organspendeausweise zur Mitnahme. Im Resümee wurde deutlich, dass trotz COVID-19 viele Menschen sich mit dem Thema Organspende auseinandersetzen. Parallel zu unserer Informationsaktion, die von 10-16 Uhr ging, liefen die Veranstaltungen „Black Lives Matter“ für alle von Rassismus Betroffenen sowie die Demo zur “Blockade des Rettungsschiffes Alan Kurdi” in Bonn. 
Quelle Foto: Ricarda Reich

Corona Virus  Aktuelles - Verhaltensmaßregeln

Nun schon seit mehreren Wochen hält uns das Corona Virus in Atem. Mittlerweile gibt es in Deutschland und in vielen europäischen Ländern strenge Regelungen, wie man sich im Alltag und im Berufsleben zu verhalten hat, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und somit die Anzahl der schwer Erkrankten zu minimieren. Dies hat zum Ziel, dass unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird und für die ernsthaft erkrankten Patienten ausreichend Behandlungskapazitäten in den Krankenhäusern vorhanden sind. 

Wir möchten Ihnen hier aktuelle Infos und Links zu dem Thema geben, die besonders für Menschen mit Nierenerkrankungen, Dialysepatienten und Transplantierte wichtig sind. Wir denken,  Jede(r) hat mittlerweile in den verschiedensten Medien, sei es Tageszeitung, TV oder Radio gehört, wie wir uns am besten verhalten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

 

Hygienemaßnahmen:

  • Regelmäßiges und ausreichend langes Händewaschen (mit Seife unter laufendem Wasser und mindestens 20 Sekunden) ist unerlässlich.
  • Hände grundsätzlich vom Gesicht fernhalten
  • Beim Niesen oder Husten sollte auf einen Mindestabstand von einem Meter zu anderen Personen geachtet und sich weggedreht werden. Niesen und Husten Sie in die Ellenbogenbeuge.
  • Verwenden Sie bestenfalls Einwegtaschentücher, die Sie nach einmaliger Benutzung in einem Mülleimer mit Deckel entsorgen. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Stofftaschentücher.
  • Nach jedem Naseputzen, Niesen oder Husten sollten die Hände gründlich gewaschen werden.

 

Tagesaktuelle Infos 
Bundesgesundheitsministerium: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/

Infos und Maßnahmen in  NRW
Infos und Maßnahmen in Rheinland-Pfalz

 

Ärztliche Infos / Selbsthilfe
Robert-Koch-Institut empfiehlt Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum

Bund und Länder empfehlen seit dem 15. April 2020 das Tragen sogenannter Alltagsmasken beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) hat seine Empfehlungen zum Infektionsschutz ergänzt und empfiehlt nun „das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum“.

Hintergrund der Empfehlung sei die zunehmende Evidenz, dass ein hoher Anteil von An­steckungen unbemerkt erfolge, und zwar bereits vor dem Auftreten von Symptomen, wie es online vorab im Epidemiologischen Bulletin heißt.

Bereits ein bis drei Tage vor Auftreten der Symptome kann es zu einer Ausscheidung von hohen Virusmengen kommen. Eine teilweise Reduktion dieser unbemerkten Übertragung von infektiösen Tröpfchen durch das Tragen von MNB könnte auf Populationsebene zu einer weiteren Verlangsamung der Ausbreitung beitragen, so das RKI.

 

BÄK-Präsident ruft zum Tragen von Schutzmasken auf
Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, hat die Be­völ­kerung zum Anfertigen und Tragen von Schutzmasken aufgerufen. „Mein Rat: Besorgen Sie sich einfache Schutzmasken oder basteln Sie sich selbst welche und tragen Sie diese im öffentlichen Raum“, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Masken garantierten zwar keinen Schutz vor Ansteckung, sie könnten jedoch das Risiko ein wenig verringern. 
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111423/BAeK-Praesident-ruft-zum-Tragen-von-Schutzmasken-auf?rt=fc664559f51c2fcd6035bc2c1fb19ead

 
Aktuelle Tipps und spezifische Informationen für Transplantierte
Tipps
für Zystennieren- und Zystenleberpatienten

Aktuelle Informationen des Bundesverbands Niere

COVID-19 - Dialysepatienten sind eine Risikogruppe: Meldung im Ärzteblatt

Notfallplan soll Dialyse-Versorgung während der Pandemie sicherstellen: Meldung im Ärzteblatt
Corona und Sport: Zwei Meter Abstand reichen nicht. Artikel im DW Infoportal


Nachbarschaftshilfe

https://www.general-anzeiger-bonn.de/region/ahr-und-rhein/nachbarschaftshilfe-im-kreis-ahrweiler_aid-49631991

https://cms.bistum-trier.de/bistum-trier/Integrale?MODULE=Frontend&ACTION=ViewPage&Page.PK=11222

 

Forschung und medizinische Aspekte

Heilversuche mit dem Virustatikum Remdesevir
Von den ersten COVID-19-Patienten, die bis Anfang März im Rahmen von Heilversuchen mit dem Virustatikum Remdesivir behandelt wurden, haben die meisten die Erkrankung überstanden. Bei zwei Dritteln kam es laut einer Publikation im New Eng­land Journal of Medicine (2020; doi: 10.1056/NEJMoa2007016) zu einer klinischen Besse­rung. Es gab aber auch Todesfälle.

Das Virostatikum Remdesivir, das die Replikation von Coronaviren und einer Reihe ande­rer RNA-Viren hemmt, ist nach Einschätzung der meisten Experten am ehesten in der Lage, den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung günstig zu beeinflussen.
Weitere Informationen finden Sie im Ärzteblatt.

Zulassung von Medikamenten noch in diesem Jahr erwartet
Der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Karl Broich, hat die Einschätzung von Experten bestätigt, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für COVID-19-Medikamente geben könnte.

„Ich gehe davon aus, dass wir bis zum Spätsommer die ersten belastbaren Ergebnisse aus den derzeit laufenden Studien bekommen“, sagte Broich dem Bonner General-Anzeiger. Wenn die Daten es hergäben, sei er sehr zuversichtlich, dass man noch in diesem Jahr eine Zu­lassung erteilen könnte.
Den gesamten Artikel finden Sie hier.

 

Gesamtüberblick über Studien zu SARS-CoV-2 in Deutschland
In der Bekämpfung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 werden auch in Deutschland zunehmend Medikamente in klinischen Studien getestet. Um einen deutschlandweiten Gesamtüberblick darüber zu ermöglichen und Forschende effektiv zu vernetzen, erfassen die Klinischen Studienzentren des Deutschen Zentrums für Infekti­ons­forschung (DZIF) an der Uniklinik Köln erstmalig alle Studienaktivitäten zum SARS-CoV-2 im Healex Site Management System (SMS), dem standortübergreifenden Studien­register des DZIF.

 

COVID-19: Befall der Endothelien könnte Multiorganversagen erklären

Zürich − Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert offenbar auch die Endothelien, die alle Blutgefäße auskleiden. Eine Endotheliitis könnte nach einem Bericht im Lancet (2020; DOI: 10.1016/S0140-6736(20)30937-5) das Multiorganversagen erklären, das bei 2 Patienten zum Tod und bei einem dritten zu einem schweren Mesenterialinfarkt geführt hat. Nicht alle Patienten mit COVID-19 sterben an den Folgen einer Lungenentzündung oder dem dadurch ausgelösten Sauerstoffmangel. Unter den Opfern sind auch viele, die gar nicht beatmet werden mussten. Es wird deshalb vermutet, dass die Viren auch andere Organe angreifen. Die ACE2-Rezeptoren, über die SARS-CoV-2 in die Zellen gelangt, wurden zuletzt auch auf Endothelien nachgewiesen. Diese Zellen kleiden die Blutgefäße aus. Sie haben darüber hinaus eine wichtige Funktion in der Regulierung der Durchblutung. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Ärzteblatt.

 

PEI genehmigt erste klinische Prüfung eines SARS-CoV-2-Impf­stoffs in Deutschland

Langen - Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat eine erste klinische Prüfung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 in Deutschland genehmigt. Untersucht werden soll ein Impfstoff­kandidat des Mainzer Biotechnologieunternehmens BioNTech, der auf der RNA für das Spike-Protein von SARS-CoV-2 basiert, wie das Institut heute mitteilte. Bei der Impfung mit einem RNA-Impfstoff wird die RNA für den Bau eines ungefährlichen Erregerbestandteils verabreicht. Die Körperzellen nutzen die RNA zum Bau des nicht infektiösen Erregerbestandteils und das menschliche Immunsystem baut eine schützende Immunantwort gegen den Erreger auf. BioNTech kooperiert bei der Entwicklung des Impfstoffs mit dem Pharmaunternehmen Pfizer. Den gesamten Bericht finden Sie im Ärzteblatt

 

Neue S3-Leitlinie zu chronischer nicht-dialyse­pflichtiger Nierenerkrankung

Eine neue Leitlinie zur Betreuung von Patienten mit chronischer nicht-dialysepflichtiger Nierenerkrankung in der Hausarztpraxis hat die Deutsche Ge­sell­schaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) erarbeitet.

In Deutschland weisen Schätzungen zufolge rund zehn Prozent der Bevölkerung eine chronische Nierenkrankheit auf. Bei vielen liegt aber laut den Fachgesellschaften nur eine leichtgradige, oft altersbedingte Nierenschwäche vor, die in der Regel nicht schnell voranschreitet und daher auch keiner intensiven Therapie und fachärztlichen Versorgung bedarf.
Weitere Informationen finden Sie im Deutschen Ärzteblatt

Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren können Nierenfunktion bei Typ-2-Diabetes nicht erhalten

Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren in Fischöl-Kapseln oder mit Vitamin D haben in einer randomisierten klinischen Studie den allmählichen Rück­gang der Nierenfunktion bei Patienten mit Typ-2-Diabetes nicht verlangsamt. Die Ergeb­nisse wurden auf der Tagung Kidney Week in Washington vorgestellt und im amerikani­schen Ärzteblatt (JAMA 2019; DOI: 10.1001/jama.2019.17380) veröffentlicht. Einen Bericht zur Studie können Sie im Aerzteblatt.de nachlesen.

2 Mio. Euro für Forschungskollegs zu seltenen Erkrankungen der Nieren und der endokrinen Organe

Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Sanna Börgel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/ Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit seltenen Erkrankungen

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) und die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (ELHKS) fördern die Einrichtung zweier Forschungskollegs. Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden und das Universitätsklinikum Erlangen konnten sich im Rahmen der Ausschreibung mit ihren Konzepten für die Ausbildung von Clinician Scientists durchsetzen und erhalten für deren Umsetzung jeweils 1 Mio. Euro. Insgesamt haben sich mehr als die Hälfte aller medizinischen Fakultäten auf die Ausschreibung beworben. Schwerpunkt in Dresden ist die Erforschung seltener endokriner Erkrankungen, in Erlangen wird der Fokus auf seltenen Nierenerkrankungen liegen.

Forschungskolleg des Universitätsklinikums Erlangen zum Thema „Seltene Nierenerkrankungen“:

Dieses Forschungskolleg soll sich spezifisch um die Ausbildung von jungen Clinician Scientists bemühen, die sich im Feld der seltenen Nierenerkrankungen sowohl klinisch als auch wissenschaftlich weiterbilden sollen. „Die patientenorientierte translationale Forschung und das Training von gut ausgebildeten klinischen Forschern, die in diesem Feld fundierte klinische und wissenschaftliche Fachkenntnisse ausbilden, hat sich gerade im Bereich der seltenen Nierenerkrankungen als schwierig herausgestellt“, erklärt Prof. Dr. Mario Schiffer, Direktor der Medizinischen Klinik 4 – Nephrologie und Hypertensiologie des Uni-Klinikums Erlangen. „Daher halten wir es für wichtig, vor allem in diesem Bereich ein strukturiertes Forschungs- und Ausbildungscurriculum für junge Kliniker vorzulegen, das den translationalen Aspekt von Patientenversorgung sowie klinischer Forschung und Grundlagenforschung miteinander kombiniert.“

Die Vernetzung mit zwei weiteren überregionalen Zentren, den Universitätskliniken Köln und Hamburg-Eppendorf, ermöglicht sowohl wissenschaftlichen als auch klinischen Austausch mit ausgewiesenen nephrologischen Abteilungen, in denen die Ausbildung von Clinician Scientists ebenso höchste Priorität hat.

Die gesamte Pressemitteilung kann hier eingesehen werden.

Internisten warnen vor Verzicht jodhaltiger Kontrastmittel aus Angst vor Nierenschäden

Manche Kontrastmittel stehen unter Verdacht, Nierenschäden zu verursachen. Wie aktuelle Studien und Metaanalysen nahelegen, ist dieses Risiko jedoch lange Zeit stark überschätzt worden, teilt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) mit. Sie verweisen auf jüngere Daten, die darauf hinweisen, dass die Mehrzahl akuter Nierenschäden nach Röntgen gar nicht mit einer Kontrastmittelgabe in Verbindung stehen (New England Journal of Medicine 2019). Die DGIM rät daher dazu, nicht voreilig auf Kontrastmittel zu verzichten. Der Nutzen einer Röntgenuntersuchung müsse gegen das – relativ geringe – Risiko einer akuten Nierenschädigung abgewogen werden.
Der gesamte Artikel ist abrufbar nach Registrierung im Internetportal aerzteblatt.de

Forscher implantieren künstliche Nieren bei Schweinen

San Francisco – US-Forscher haben den Prototypen einer künstlichen Niere bei Schweinen implantiert. Während des 3-tägigen Probebetriebs ist es laut ihrem Bericht auf der Tagung KidneyWeek 2019 der American Society of Nephrology zu keinen Komplikationen gekom­men. Erste klinische Studien sind in Planung.
Forscher der Universität von Kalifornien in San Francisco versuchen seit mehr als einem Jahrzehnt, diesen komplexen Stoffaustausch in einer künstlichen Niere zu realisieren, die nicht größer als ein Kartenspiel ist. Das Ziel ist, die künstliche Niere im Becken zu implantieren. Dort soll sie einerseits mit den großen Blutgefäßen verbunden werden, die das Blut mehrmals täglich durch das Implantat spülen. Am Ausgang soll die künstliche Niere an einem Ureter angeschlossen werden, der den Harn in die Nieren leitet. 
Der gesamte Artikel ist abrufbar nach Registrierung im Internetportal aerzteblatt.de

1. Journalistenpreis der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie vergeben

Auf ihrer Jahrestagung in Düsseldorf hat die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) erstmals einen Journalistenpreis vergeben. Prämiert wurden Medienschaffende, die sich in herausragenden Beiträgen journalistisch mit dem Thema Nierenkrankheiten auseinandergesetzt, dieses öffentlichkeitswirksam aufbereitet und damit einen Beitrag zur Prävention geleistet haben. Den Preis, der mit insgesamt 5.000 EUR dotiert ist, die zwischen zwei Kategorien geteilt werden, erhielten Marie Rövekamp, „Der Tagessspiegel“ (Kategorie Printmedien) und Regine Hauch, WDR (Kategorie TV/HF/digitale Medien).

Den beiden Preisträgerinnen ist es nach Einschätzung des Preiskomitees unter der Leitung des DGfN-Pressesprechers Prof. Dr. Jan C. Galle, Lüdenscheid, besonders gut gelungen, Empathie für Menschen mit einer Nierenerkrankung zu wecken und komplexe medizinischen Zusammenhänge verständlich darzustellen. „Die größte Kunst ist es, Medizinthemen sachlich richtig und trotzdem laienverständlich darzustellen und auch die richtige Balance zwischen Information und Emotion zu erreichen. Natürlich wünschen wir uns, dass Nierenkrankheiten mehr in den Schlagzeilen auftauchen, aber wir wollen auch keine Panikmache oder unseriöse Berichterstattung.“  Die gesamte Pressemitteilung, verfasst von Dr. Bettina Albers,  Pressearbeit der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN), können Sie hier nachlesen.

Politikergespräch

Am Donnerstag, den 02.05.2019 haben sich Meinhart Rick, Toni Heck, Heinz Beitel und Gabriele Fritz im Bonner Maritim Hotel mit dem CDU-Bundestags-abgeordneten Erwin Rüddel zu einem Gespräch über den Gesetzentwurf des Bundes-gesundheitsministers, Jens Spahn, zusammen mit anderen Politikern zur Widerspruchsregelung bei der Organspende getroffen. Das Gespräch verlief in einer netten, interessierten Atmosphäre. Herr Rüddel ist Vorsitzender des Bundestags-Ausschusses für Gesundheit. Er berichtete u. a. von dem Besuch einzelner Ausschussmitglieder in Dänemark und Spanien, um sich über die dortigen Regelungen  und der Organisation der Organspende zu informieren.  Ein detaillierter Bericht steht zum Download bereit.

Oxalsäure kann Funktionsverlust der Nieren beschleunigen

Boston – Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und einer hohen Ausscheidung von Oxalsäure hatten in einer prospektiven Kohortenstudie in JAMA Internal Medicine (2019; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.7816) ein erhöhtes Risiko, in den Folgejahren ein chronisches Nierenversagen zu entwickeln.

Seit Längerem ist bekannt, dass Oxalsäure, die in einigen Gemüsearten (Rhabarber, Spinat), Kohlsorten, Nüssen, Kakao und Tee in höherer Konzentration enthalten ist und im Stoffwechsel anfällt, die Nieren schädigen kann. Oxalsäure ist außerdem in 80 % aller Nierensteine vorhanden (die sich aber meist in den abführenden Harnwegen bilden). 

Bislang gingen die Forscher davon aus, dass eine schädliche Wirkung auf die Nieren selbst auf wenige Patienten beschränkt ist, bei denen es aufgrund seltener genetischer Stoffwechselstörungen (primäre Hyperoxalurie) oder einer vermehrten Resorption aus dem Darm (enterische Hyperoxalurie) oder nach Vergiftungen (Ethylenglycol) zu einer erhöhten Ausscheidung über die Nieren kommt.

Sushrut Waikar von Brigham and Women’s Hospital in Boston und Mitarbeiter können jetzt jedoch zeigen, dass auch eine Oxalsäureausscheidung in einem bisher als unbedenklich eingestuften Bereich mit einem Nierenfunktionsstörungen verbunden ist. Die Forscher haben die Daten der CRIC-Kohorte („Chronic Renal Insufficiency Cohort“) ausgewertet, die seit 2003 eine Gruppe von 3.939 Patienten begleitet, bei denen eine Einschränkung der Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate 20 bis 70 ml/min/1,73m2) festgestellt worden war.

Bereits bei der Eingangsuntersuchung war aufgefallen, dass die Teilnehmer mit der höchsten Ausscheidung von Oxalsäure die schlechteste Nierenfunktion hatten. In den Folgejahren bis 2008 kam es dann bei den Patienten mit höheren Oxalsäure­konzentrationen im Urin zu einem rascheren Verlust der Nierenfunktion.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101430/

 

Blutdruck-Leitlinie: 140/90 mm Hg bleibt

Auch in der neuen Europäischen Blutdruck-Leitlinie, die aktuell publiziert wurde, markiert der Grenzwert von 140/90 mm Hg die «rote Linie». Erst dann kommen Blutdrucksenker ins Spiel. Lebensstilmaßnahmen zum Gegensteuern werden bereits davor empfohlen: Das ist effektiv und schützt vor einem kardiovaskulären Ereignis wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Gefahr einer möglichen Untertherapie sieht die Deutsche Hochdruckliga nicht.  Weitere Infos finden Sie in der Pressemitteilung der Deutschen Hochdruckliga.
Die Originalpublikationen sind:

Williams B, Mancia G et al. 2018 ESC-ESH Guidelines for the Management of Arterial Hypertension. J Hypertens 2018 (in press)
Wright JT, Jr., Williamson JD, Whelton PK et al. A Randomized Trial of Intensive versus Standard Blood-Pressure Control. N Engl J Med 2015; 373: 2103-2116

 

Projekt "PatientenBegleiter" gewinnt

Am 20. Juni 2018 wurden in Berlin 25 soziale Initiativen im Rahmen des "start-social"-Wettbewerbs im Kanzleramt geehrt.  Das vom Bundesverband Niere e. V. geförderte Projekt "PatientenBegleiter" war unter den Gewinnern der diesjährigen Runde. Mittlerweile gibt es rund 100 ehrenamtliche Patientenbegleiter in Deutschland. Auch in unseren Reihen sind drei Patientenbegleiter für Sie da. Diese unterstützen chronisch nierenkranke Menschen und deren Angehörige. Sie sind in der Regel selber betroffen und können Patienten in Krisenzeiten und bei Fragen des Sozialrechtes begleiten. 
Unsere Patientenbegleiter sind:
Meinhart Rick, Mobil: 0179 5955667

Wolfgang Dorp, Tel.: 0173 9010632

Nieren-Spende auch mit Hepatitis C möglich

Nieren können auch gespendet werden, wenn sie mit Hepatitis C infiziert sind. Das soll ein Organspende-Experiment in den USA bewiesen haben. Weitere Infos finden Sie hier.

Wasser trinken bei Nierenerkrankungen

Die verbreitete Annahme, dass Menschen mit Nierenkrankheiten viel Wasser trinken sollten, um die schwindende Organfunktion zu erhalten, hat sich in einer randomisierten klinischen Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2018; 319: 1870–1879) nicht bestätigt. Weitere Informationen finden Sie einem Artikel des Deutschen Ärzteblattes 

Forscher stellen im Labor Nierengewebe her

Laut Bericht im Deutschen Ärzteblatt ist es britischen Forschern gelungen, aus menschlichen Stammzellen in Zellkulturen funktionelles Nierengewebe herzustellen, das nach der Implantation bei Mäusen begann, Urin zu produzieren. Die in Stem Cell Reports (2018; doi: 10.1016/j.stemcr.2018.01.008) vorgestellten Ergebnisse lassen sich vorerst nicht in der Klinik nutzen, könnten aber für die Erforschung von Nierenerkrankungen nützlich sein. Weitere Infos finden sie im Ärzteblatt.

Atemberaubende Einblicke in das Hochleistungsorgan Nieren

Der Verein PKD Familiäre Zystennieren e. V. hat ein neues Video produzieren lassen, in dem das Zystenwachstum und deren Auswirkungen bei #ADPKD anschaulich beschrieben wird. Das Video wurde beauftragt von Otsuka Pharma GmbH. Viele Ideen von PKD Familiäre Zystennieren e.V. sind in das Video im Rahmen von Workshops eingeflossen. Sie finden das Video auf youtube



Transplantation: Neuer Stand der Forschung

 

Der Bedarf an Spenderorganen ist in Deutschland weitaus höher als die Zahl der Organspenden. Deswegen werden sichere Alternativen zur Organspende gesucht. Eine Forschungslinie beschäftigt sich dabei mit der Verpflanziung von tierischen Organen in Menschen. Der ideale tierische Spender ist dabei das Schwein. Inzwischen werden transgene Schweine gezüchtet, deren Organe vom Immunsystem des Empfängers nicht sofort als Fremdkörper identifiziert und zerstört werden. Damit besteht die Möglichkeit weiterer Forschungen zur Stabilisierung des Transplantats im Empfänger.

 

Den ganzen Artikel finden Sie hier.

 

Apothekenversandhandel

In der Presse konnte man über die Idee des Bundesgesundheitsministers lesen, den Apothekenversandhandel von der Belieferung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten auszuschließen. Dies würde neben den Kosteneinsparungen, die diese Apotheken gerade chronisch kranken Patienten bieten, vor allem auch Patienten im ländlichen Raum betreffen, die oft keine Apotheke in der näheren Umgebung haben. Unser stellvertretender Vereinsvorsitzender, Meinhart Rick, hat daher in dieser Angelegenheit an die  beiden PoliterInnen Andrea Nahles und Ulrich Kelber geschrieben, mit denen der IG Niere Vorstand im letzten Jahr auch schon Gespräche zur Situation nierenkranker Patienten geführt hat.
Die Antworten von Andrea Nahles und Ulrich Kelber waren in unserem Sinne. Beide setzen sich dafür ein, dass die qualitativ sehr gute, schnelle und kostengünstige Serviceleistung der Versandapotheken für verschreibungspflichtige Medikamente bestehen bleibt. Die Antworten sind hier nachzulesen: Andrea Nahles / Ulrich Kelber