Corona Informationen

Allgemeine Informationen

Spezielle Informationen für Nierenkranke und Transplantierte

Covid-19: Präventivschutz für Risikopatienten

(31.03.2022) Die Seite netdoktor.de meldet: "Menschen mit Immunschwäche können aufatmen: Ein neu von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassenes Antikörper-Medikament schützt all jene, bei denen die Corona-Impfungen nicht ausreichend anschlagen." Den kompletten Artikel finden Sie hier: https://www.netdoktor.de/news/covid-19-praeventivschutz-fuer-risikopatienten/

B-Zellen für anhaltende Immunantwort gegen SARS-CoV-2

(04.02.2022) Haben Menschen nach einer COVID-19 Erkrankung noch eine schützende Immunantwort, auch wenn keine Antikörper gegen SARS-CoV-2 mehr im Blut nachweisbar sind? Auf der Suche nach Antworten haben Forschende bisher meist Antikörper und T-Zellen beleuchtet. Dagegen ist die Kenntnis über die Funktion der B-Zellen beim langfristigen Immunschutz gegen SARS-CoV-2 gering. Nun haben Wissenschaftler:innen vom Institut für Klinische Neuroimmunologie des Klinikums der Universität München herausgefunden, dass Gedächtnis-B-Zellen lange nach Infektion im Blut verbleiben – sogar wenn keine Antikörper im Körper mehr nachweisbar sind. Diese Zellen könnten Genesenen zu einem länger anhaltenden Schutz vor einem schweren COVID-19 Verlauf verhelfen.

Weitere Infos bietet der Bericht im Informationsdienst Wissenschaft (Idw).

Corona: Zweite Auffrischimpfung für Gefährdete, Novavax ab 18 Jahren

(03.02.2022) Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht sich für die Coronaimpfung mit dem Vakzin des Herstellers Novavax für Menschen ab 18 Jahren aus. Zudem befürwortet sie eine zweite Auffrischimpfung für gesundheitlich besonders gefährdete und exponierte Gruppen.

Der Novavax-Impfstoff soll laut STIKO neben den bisherigen COVID-19-Impfstoffen zur Grundimmunisie­rung mit zwei Dosen im Abstand von mindestens drei Wochen bei volljährigen Menschen eingesetzt werden. Für Schwangere und Stillende werde der Impfstoff aktuell jedoch nicht empfohlen, hieß es.

Bei dem Präparat Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax, das seit Ende Dezember in der Europäischen Union (EU) zugelassen ist, handelt es sich – anders als bei den anderen zugelassenen Vakzinen – um einen Proteinimpfstoff mit einem Wirkverstärker.

Für Menschen ab 70 Jahren, Menschen in Pflegeeinrichtungen, Menschen mit Immunschwäche ab fünf Jahren sowie Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen soll es aus Sicht der STIKO zudem eine zweite Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff nach abgeschlossener Grundim­mu­nisierung und der ersten Auffrischimpfung geben.
Die gesamte Pressemeldung erschien im Ärzteblatt

Drei Kontakte mit dem Spike-Protein erlauben, eine breite Immunität aufzubauen – auch gegen Omikron

  • Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von LMU, Helmholtz Munich und TUM zeigen, dass das Immunsystem nach insgesamt drei Kontakten zum viralen Spike-Protein eine qualitativ hochwertige Antikörper-Antwort entwickelt. Diese Antikörper können auch Omikron effizient neutralisieren
  • Das gilt für Genesene nach zwei Impfungen und für zweifach Geimpfte nach Durchbruchsinfektion genauso wie für dreifach Geimpfte
  • Für die Studie wurde die Immunität Geimpfter und Genesener über zwei Jahre hinweg verfolgt.

Weitere Ergebnisse der Studie finden Sie im Informationsdienste Wissenschaft (idw).

Octave-Duo-Daten: Wer eine 4. SARS-CoV-2-Impfung benötigen könnte

(11.01.2022) Etwa die Hälfte der immunsupprimierten Patienten, die nach 2 SARS-CoV-2-Impfungen keine Antikörperreaktion zeigten, sprachen nach einer 3. Dosis an. Zusammen mit frühen Daten aus Israel und Frankreich würden die noch nicht publizierten Octave-Duo-Daten darauf hindeuten, dass etwa für 1/4 dieser Patientengruppe (inklusive jener mit Antikörperreaktion nach der 2. Impfung) 3 Impfungen nicht ausreichen, erklärte Michelle Willicombe vom Imperial College Healthcare NHS Trust in London im BMJ (2022; DOI: 10.1136/bmj.o30).

Die meisten Länder, die eine 4. Impfung anbieten, priorisieren Menschen mit geschwächtem Immunsys­tem – so handhaben es etwa das Vereinigte Königreich und die USA. Basis dieser Entscheidung gaben unter anderem bereits publizierte Preprint-Ergebnisse der Octave-Studie (Observational Cohort Trial T Cells Antibodies and Vaccine Efficacy in SARS-CoV-2; The Lancet 2021; DOI: 10.2139//ssrn.3910058). Hier wurde festgestellt, dass 4 von 10 klinisch gefährdeten Personen nach 2 Dosen eines COVID-19-Impfstoffs niedrigere Antikörper­konzentrationen aufwiesen als gesunde Menschen.

Über eine 4. Impfung sprach auch die Virologin Sandra Ciesek kurz vor Weihnachten im NDR-Info-Podcast (106). Es ginge jetzt erst mal darum, einen 2. Booster bei den gefährdeten Gruppe zu unter­suchen. Dazu zählten laut Ciesek zum Beispiel jene, die einen schweren Verlauf zu erwarten haben und die, die mit diesen Personen in Kontakt stünden sowie Personen, die im Krankenhaus oder in der Pflege arbeiteten. Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt betonte aber auch: „Viel hilft nicht immer viel.“
Die gesamte Meldung  finden Sie hier (Deutsches Ärzteblatt)

Nierenkrankheit rechtfertig per se keine „Austriagierung“ der Betroffenen!

(07.01.2022) In einer aktuellen Stellungnahme [1] kritisieren DGfN und der BN e.V. die S1-Leitlinie „Entscheidungen über die Zuteilung intensivmedizinscher Ressourcen im Kontext der COVID-19-Pandemie“ vom 14.12.2021 [2]. Darin wird u.a. eine „fortgeschrittene Nierenerkrankung“ pauschal als ein Kriterium für die Triage angeführt – doch eine solche ist nicht immer prognoselimitierend. Menschen wie Frank-Walter Steinmeier, SPD, beispielsweise, die eine Niere gespendet haben, leben mit einer eingeschränkten Nierenfunktion und haben rein formal eine „fortgeschrittene Nierenerkrankung“. Gemäß der aktuellen Leitlinie würden sie nun im Fall der Fälle einer Triage zum Opfer fallen.

Am 14.12.2021 hat die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) zusammen mit anderen medizinischen Fachgesellschaften die AWMF-S1-Leitlinie „Entscheidungen über die Zuteilung intensivmedizinscher Ressourcen im Kontext der COVID-19-Pandemie - Klinisch-ethische Empfehlungen“ publiziert.

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) und der Bundesverband Niere e.V. (BN e.V.) sprechen sich in einer gemeinsamen Stellungnahme gegen die pauschale Nennung einer „fortgeschrittenen Nierenerkrankung“ als Indikator für eine schlechte Erfolgsaussicht intensivmedizinischer Maßnahmen aus. „Der Terminus ‚fortgeschrittenen Nierenerkrankung‘ ist medizinisch ungenau und selbst bei Menschen mit weit fortgeschrittener, dialysepflichtiger Erkrankung ist die Nierenerkrankung im Einzelfall nicht ausschlaggebend für das Überleben, sondern in erster Linie die Komorbiditäten. Junge Menschen z.B. mit erblichen Nierenerkrankungen, die ansonsten aber gesund sind, können an der Dialyse alt werden, werden aber durch die Leitlinie diskriminiert und u.U. im Fall der Fälle "austriagiert", erklärt Professor Dr. Julia Weinmann-Menke, Mainz, Pressesprecherin der DGfN.
Quellen

[1] Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) e.V. und des Bundesverbands Niere e.V. zur Zuteilung intensivmedizinischer Ressourcen bei COVID-19-Pandemie („Triage“) vom 06.01.2022.
https://www.dgfn.eu/stellungnahmen-details/20220106-stellungnahme-triage.html
[2] AWMF-Registernummer 040-013 S1-Leitlinie „Entscheidungen über die Zuteilung intensivmedizinscher Ressourcen im Kontext der COVID-19-Pandemie - Klinisch-ethische Empfehlungen“ vom 14.12.2021, abrufbar unter https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/040-013.html

Die gesamte Pressemitteilung wurden beim IDW - Informationsdienst Wissenschaft veröffentlicht.

Stellungnahme zum Beschluss des BVerfG zu Benachteiligungsrisiken von Menschen mit Behinderung in der Triage

Stellungnahme der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) zum Beschluss des ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 28.12.2021 –

1 BvR 1541/20 – Benachteiligungsrisiken von Menschen mit Behinderung in der Triage

Die Hauptautoren der Leitlinie „Entscheidungen über die Zuteilung intensivmedizinischer Ressourcen im Kontext der COVID-19-Pandemie“, zum ersten Mal veröffentlicht am 25.03.2020, kommentieren das heute vom Bundesverfassungsgericht gesprochene Urteil. Die Kommentare finden Sie in der Pressemitteilung des IDW-Informationsdienstes Wissenschaft

Ein Jahr Impfen: Schwere Nebenwirkungen extrem selten

(28.12.2021) Schwere Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Coronaimpfungen sind laut Da­ten­lage extrem selten. Deutschland habe „von Beginn an die Verdachtsfallmeldungen zu Impfstoffneben­wirkungen und -kompli­kationen mit höchster Priorität beobachtet, auch sehr seltene Nebenwirkungen frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Risikominimierung eingeleitet“, schreiben die Chefs vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Klaus Cichutek und Karl Broich, in einer Bilanz ein Jahr nach Start der Impfungen.

Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige PEI veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsberichte zu den COVID-19-Vakzinen. Der jüngste stammt vom 23. Dezember und bezieht sich auf mehr als 123 Milli­o­nen Impfungen, die bundesweit bis Ende November verabreicht wurden.

Gemeldet wurden bis dahin 1,6 Verdachtsfälle pro 1.000 Dosen – das entspricht 0,16 Prozent. Betrachtet man nur die schwerwiegenden Reaktionen, liegt die Melderate bei 0,2 Verdachtsfällen pro 1.000 Impfdo­sen – 0,02 Prozent. Die gesamte Meldung lesen Sie im Ärzteblatt.

Omikron-Variante weitgehend resistent gegen aktuelle Antikörper

(28.12.2021) Zellkulturstudien zeigen, dass die SARS-CoV-2-Variante Omikron Antikörpern ausweicht, die nach Infektion und Impfung gebildet wurden und gegen mehrere therapeutische Antikörper resistent ist.

Die Omikron-Variante des SARS-Coronavirus-2 verbreitet sich mit besorgniserregender Geschwindigkeit. Schon bald könnte sie die derzeit weltweit dominierende Delta-Variante ablösen. Es ) ist aber nur wenig dazu bekannt, ob die gegenwärtig verfügbaren Impfstoffe und Medikamente gegen die Omikron-Varianten wirksam sein werden. Um die Wirksamkeit der Impfungen und therapeutischen Antikörpern einzuschätzen, hat ein Forschungsteam um Stefan Pöhlmann und Markus Hoffmann vom Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen sowie Forschenden an der Medizinischen Hochschule Hannover, der Universitätsmedizin Göttingen, der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg sowie des Deutschen Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig untersucht, wie effizient die Omikron-Variante durch Antikörper von Genesenen und Geimpften neutralisiert wird. Eine Hemmung durch T-Zellen, die sich nach der Infektion bilden, ist noch zu untersuchen.

Das Team konnte zeigen, dass Antikörper von Genesenen die Omikron-Variante kaum hemmen. Auch die nach zweifacher BioNTech-Pfizer Impfung gebildeten Antikörper wiesen gegen die Omikron-Variante eine deutlich geringere Wirksamkeit als gegen die Delta-Variante auf. Eine bessere Hemmung wurde nach dreifacher BioNTech-Pfizer-Impfung ebenso wie nach Kreuzimpfung mit Oxford-AstraZeneca und BioNTech-Pfizer beobachtet. Die gesamte Meldung finden Sie im IDW-Informationsdienst Wissenschaft.

SARS-CoV-2: Nierentrans­plantierte reagieren nur schwach auf 3. Dosis

(23.12.2021) Die meisten Patienten, die nach einer Organtransplantation dauerhaft immunsupprimierende Medikamente einnehmen müssen, erreichen nach einer 3. Impfung gegen SARS-CoV-2 keinen ausrei­chenden Impfschutz. Auch mit einem Wechsel des Impfstoffs konnte in einer randomisierten Studie im JAMA Internal Medicine (2021; DOI: 10.1001/jamainternmed.2021.7372) die Immunität nicht verbessert werden.

Organtransplantierte gehören zu den Hochrisikogruppen für COVID-19. Die zum Erhalt des Spender­organs notwendige Immunsuppression erschwert dem Körper die Abwehr von Krankheitserregern vor allem, wenn wie bei SARS-CoV-2 noch keine langjährige Immunität besteht. Die Organtransplantierten gehörten deshalb zu den ersten, die gegen COVID-19 geimpft wurden, wobei aus Sicherheitsüberlegun­gen in der Regel ein mRNA-Impfstoff vorgezogen wurde (Quelle: Deutsches Ärzteblatt)
Die gesamte Meldung lesen Sie hier.

COVID-19: Laborstudie bestätigt geringe Schutzwirkung der Impfung gegen Omikron

(15.12.2021) Oxford – Erste Laborstudien unter Verwendung von „lebenden“ Omikron-Viren, die bei einem Patienten isoliert wurden, bestätigen den Verdacht, dass die neue Variante von SARS-CoV-2 sich weitgehend dem Immunschutz durch eine doppelte Impfung mit AZD1222 oder BNT162b2 entzieht. Ergebnisse wurden in medRxiv (2021; DOI: 10.1101/2021.12.10.21267534) veröffentlicht.

Die Omikron-Variante breitet sich schneller aus als im Sommer die Delta-Variante und im letzten Winter die Alpha-Variante. In Großbritannien gab es zuletzt 4.713 bestätigte Fälle und einen 1. Todesfall. Die Gesundheitsbehörde UKHSA schätzt die tatsächliche Zahl jedoch auf täglich etwa 200.000 Neuinfektio­nen. In London fallen bereits mehr als 44 % der Fälle auf Omikron und innerhalb der nächsten Tage wird sie dort Delta überflügelt haben.

Der Grund für die rasche Ausbreitung wird in den zahlreichen Mutationen vermutet, die sich um das Rezeptorbindungsmotiv herum gruppieren, mit denen das Virus am ACE2-Rezeptor andockt. Dies könnte die erhöhte Übertragbarkeit erklären. Die insgesamt 30 Veränderungen der Aminosäuresequenz plus Deletionen und einer Insertion im Spikegen könnten jedoch auch dazu führen, dass die durch frühere Infektionen oder Impfungen erzeugten Antikörper ins Leere greifen. Ohne diese Immunevasion wäre die rasche Ausbreitung in Südafrika, wo 60 % bis 80 % der Bevölkerung überwiegend durch frühere Infektio­nen seropositiv sind, und jetzt in Großbritannien, wo 70 % vollständig geimpft sind, nicht vorstellbar.
Die vollständige Meldung können Sie im Ärzteblatt lesen.

Omikron - was wir aktuell wissen

(02.12.2021) Die Meldungen zur neuen Corona-Variante Omikron (B.1.1.529) überschlagen sich. Am 26. November 2021 klassifizierte die WHO die neue Variante als besorgniserregende Virusvariante (variant of concern, VOC) und appelliert, dass die neue Variante ein sehr hohes globales Risiko darstelle.

Bei besorgniserregenden SARS-CoV-2-Virusvarianten handelt es sich um Varianten, die sich in ihrer Übertragbarkeit, Virulenz oder Empfindlichkeit gegenüber der Immunantwort von genesenen oder geimpften Personen von den herkömmlichen Virusvarianten stark unterscheiden. Die neue Variante B.1.1.529, welche den Namen Omikron erhielt, besitzt im Vergleich zum ursprünglichen SARS-CoV-2-Stamm aus Wuhan eine außergewöhnlich hohe Zahl von ca. 30 Aminosäureänderungen im Spike-Protein.

Das Alarmierende daran: Einige der Mutationen sind bekannt für eine Erhöhung der Transmission, Immunevasion und Übertragbarkeit. Experten befürchten deshalb, dass die Wirkung der derzeit verwendeten COVID-19-Impfstoffe stark reduziert sein könnte. Darüber hinaus trägt die neue Variante auch viele Mutationen, deren Auswirkungen noch völlig unklar sind. Glücklicherweise kann eine Infektion mit Omikron jedoch mit den aktuell genutzten SARS-CoV-2-Tests nachgewiesen werden.

Aktuelle Lage

Weltweit wird ein stetiger Anstieg an Infizierten mit Omikron registriert. Laut Melderegister der WHO ist Omikron bereits in mindestens 23 Ländern nachgewiesen worden. Auch in Deutschland wurde die Variante inzwischen mehrfach registriert. In Südafrika hat sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages verdoppelt: Ob dies allerdings mit Omikron zusammenhängt, ist noch unklar.

Starker Infektionsanstieg in Afrika

Die Variante B.1.1.529 wurde der WHO erstmals am 24. November 2021 aus Südafrika gemeldet. Hintergrund waren deutliche Infektionsspitzen, die in Südafrika registriert wurden. Diese seien zeitgleich mit dem Nachweis der Variante B.1.1.529 aufgetreten. Die erste bekannte bestätigte B.1.1.529-Infektion stammte aus einer Probe, die am 9. November 2021 entnommen wurde. Wie die WHO schreibt, gebe es vorläufige Hinweise, die darauf hindeuten, dass die Variante mit einem erhöhten Risiko einer Reinfektion im Vergleich zu anderen VOCs assoziiert sei.

Direkt nach Bekanntwerden der neuen Variante verkündeten die Impfstoffhersteller BioNTech/Pfizer, Johnson & Johnson, AstraZeneca und Moderna, dass sie Labortests starteten, welche zeigen sollen, wie gut die Corona-Impfstoffe gegen die neue SARS-CoV-2-Variante schützen. Daten hierzu werden in den nächsten zwei Wochen erwartet.

BioNTech kündigte an, dass das Unternehmen in der Lage sei, seinen mRNA-Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen und erste Chargen binnen 100 Tagen auszuliefern.

Darüber hinaus untersucht Moderna in einer klinischen Studie zwei multivalente Booster-Impfstoffe, die Mutationen antizipieren sollen, wie sie in der Omikron-Variante aufgetreten sind. Der erste Kandidat (mRNA-1273.211) umfasst mehrere Mutationen, die in Omikron vorhanden sind und die auch in der Beta-Variante gefunden wurden. Die potenziell zulassungsrelevante Sicherheits- und Immunogenitätsstudie von mRNA-1273.211 sei in den Dosierungen von 50 µg (n=300) und 100 µg (n=584) bereits abgeschlossen.

Ein zweiter multivalenter Kandidat (mRNA-1273.213) umfasse viele, der in der Omikron-Variante vorhandenen Mutationen, die auch in den Beta- und Delta-Varianten vorhanden sind. Auch für diesen Kandidaten habe das Unternehmen die Studie zu der Dosis von 100 µg (n=584) abgeschlossen und plant die Dosis von 50 µg bei etwa 584 Teilnehmern zu untersuchen.

Nach Ansicht des Virologen Prof. Christian Drosten sei die neue Variante wahrscheinlich nicht in der Lage den Immunschutz völlig lahmzulegen, so dass die verfügbaren Impfstoffe grundsätzlich weiter schützen.

Weitere Infos finden Sie im Artikel von Dr. Isabelle Viktoria Maucher (Apothekerin) in der Publikation "Gelbe Liste Pharmaindex"

Omikron: Zulassung angepasster Impfstoffe könnte bis zu vier Monate dauern

(November 2021) Die Europäische Union (EU) ist auf die mögliche Anpassung von Impfstoffen vorbereitet, sollte die neue SARS-CoV-2 Variante Omikron dies erforderlich machen. Das erklärte Emer Cooke, Direktorin der Europäischen Arzneimittelagentur EMA, heute in einer Fragerunde des Europäischen Parlaments in Brüssel. Die Zulassung könnte trotzdem drei bis vier Monate dauern.

„Wir wissen, dass Viren mutieren können und, dass es zu irgendeinem Zeitpunkt eine Variante geben könnte, die dafür sorgt, dass wir unseren derzeitigen Ansatz ändern müssen“, sagte Cooke. Entsprechende Vorschriften für diesen Fall seien bereits erlassen worden.

Bisher sei deren Einsatz aber noch nicht nötig gewesen, da die vorhandenen Impfstoffe sich als wirksam gegen alle bisher bekannten Varianten erwiesen hätten. „Wir wissen noch nicht, ob dies auch bei Omi­kron der Fall sein wird“, erklärte die irische Pharmakologin.

Derzeit werde intensiv daran gearbeitet, die neue Variante zu untersuchen. Die Erkenntnisse aus Südafri­ka, wo die neue Variante erstmals bekannt wurde, seien nicht zwingend auf die hiesige Bevölkerung übertragbar.

„In Europa ist ein relativ großer Anteil der erwachsenen Bevölkerung bereits geimpft, der Anteil an älte­ren Menschen ist deutlich höher und wir befinden uns in einer Phase, in der bereits Auffrischungsim­pfungen verabreicht werden“, so Cooke. Lesen Sie hier weiter.

Impfansprechen von Dialysepatienten auf COVID-19-Impfstoffe

(November 2021) Auch wenn die humorale Immunantwort bei der Mehrheit der Dialysepatienten beeinträchtigt ist, bildet ein Großteil ausreichend reaktive T-Zellen, um vor schweren COVID-19-Verläufen geschützt zu sein.

Die Forschergruppe aus Berlin und Herne untersuchte das Impfansprechen verschiedener Komponenten des Immunsystems hinsichtlich Antikörperbildung und T-Zell-Reaktionen bei 34 Dialysepatienten und 14 gesunden Kontrollen ab den 14. Tag nach der 2. Impfdosis mit dem BNT162b2 mRNA-Impfstoff.

Dialysepflichtige Patienten, die an chronischem Nierenversagen leiden zählen zur Risikogruppe für einen schweren COVID-19-Verlauf. „Das Immunsystem von Patienten, die an einer Nierenerkrankung im Endsta­dium leiden, befindet sich in einem dauerhaft aktivierten Zustand. Das kann dazu führen, dass sie einen schlechteren Immunschutz nach einer SARS-CoV-2-Impfung aufbauen, was wir auch schon bei anderen Impfungen gegen Virusinfektionen beobachten konnten“, erläuterte Prof. Dr. Timm Westhoff, Direktor der Medizinischen Klinik I des Marien Hospitals Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum.

Die Untersuchung (DOI: 10.1681/ASN.2021050672) ergab, dass nur etwa 1/3 der Patienten ausreichende Anti-SARS-CoV-2-IgG-Antikörperspiegel zum Beispiel gegen die Alpha- und Beta-Varianten bildete. Auf der Ebene der spezifischen T-Zell-Antwort erreichten jedoch über 80 % ein Ansprechen, was ebenfalls vor schweren Verläufen schützen kann.

"Obwohl die Mehrheit der von uns untersuchten Patienten keine Antikörper gegen die neuen Virusvarian­ten bilden konnte, legen unsere Ergebnisse nahe, dass ein Großteil ausreichend reaktive T-Zellen besitzt, um vor schwerem COVID-19 zu schützen,“ fasst Prof. Dr. Nina Babel vom Centrum für Translationale Medizin an der Medizinischen Klinik I des Marien-Hospitals Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, die Ergebnisse zusammen. Weitere Infos finden Sie im entsprechenden Artikel im Ärzteblatt.

Monoklonale Antikörper zur Behandlung einer SARS-CoV-2-Infektion

(November 2021) Das Bundesministerium für Gesundheit hatte vor einiger Zeit ca. 200.000 Dosen monoklonaler Antikörper zur Behandlung einer SARS-CoV-2-Infektion bis spätestens 7 Tage nach Symptombeginn geordert. Wie Sie dem anliegenden Informationsblatt entnehmen können, wird die Gabe insbesondere bei Patient_innen mit chronischen Erkrankungen empfohlen. Obwohl sich wegen der Bestellung durch das Bundesministerium keine Kostenproblematik im Verordnungsgeschehen ergibt, werden die Präparate nur höchst selten von den niedergelassenen Ärzt_innen verordnet. 
Quelle: BAG Selbsthilfe

Infos der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur aktuellen Corona-Lage

Bestmöglich geschützt in der vierten Welle

BZgA motiviert zur Corona-Schutzimpfung und empfiehlt die AHA+L-Formel einzuhalten

Köln, 15. November 2021. Vor dem Hintergrund der stark ansteigenden Infektionen mit dem Coronavirus ruft die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) dazu auf, sich mit der Corona-Schutzimpfung gegen einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf zu wappnen.

Weiterhin wichtig bleibt es zudem, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Auch wenn Geimpfte ein niedrigeres Risiko haben, sich anzustecken und schwer an COVID-19 zu erkranken, ist trotz Impfung eine Infektion mit dem Coronavirus möglich. Daher sollten sich alle unbedingt weiter an die AHA+L-Formel halten: 1,5 Meter Abstand einhalten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen und regelmäßig Lüften. Nur so kann die weitere Ausbreitung des Coronavirus, wenn sich in der kalten Jahreszeit Menschen vermehrt in geschlossenen Innenräumen aufhalten, eingedämmt werden.

Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), betont: „Angesichts steigender Fallzahlen empfiehlt die BZgA allen, die noch nicht geimpft sind und für die keine Kontraindikation vorliegt, sich jetzt impfen zu lassen, damit sie bestmöglich vor einem schweren COVID-19-Krankheitsverlauf geschützt sind. Mit den hohen Inzidenzen steigt aktuell das Risiko einer Infektion. Die Impfung möglichst vieler Menschen trägt dazu bei, dass das Virus sich nicht mehr so schnell ausbreiten kann. Jede Impfung ist daher auch ein Zeichen der Solidarität mit denjenigen in unserer Gemeinschaft, die besonderen Schutz brauchen, weil sie nicht geimpft werden können. Setzen Sie dieses Zeichen!“

Vor allem älteren Menschen, Bewohnerinnen und Bewohnern und Betreuenden in Pflegeeinrichtungen, Menschen mit Immunschwäche sowie pflegerischem und medizinischem Personal wird sechs Monate nach der vollständigen Impfung eine Auffrischimpfung empfohlen. Prinzipiell ist eine solche Booster-Impfung für alle Erwachsenen sechs Monate nach der letzten Impfung möglich. Bei Menschen mit starker Immunschwäche kann die Auffrischung bereits vier Wochen nach der letzten Impfung sinnvoll sein.

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission STIKO zur Auffrischimpfung ist abrufbar unter:
www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/COVID-19/Impfempfehlung-Zusfassung.html

Die BZgA informiert aktuell und wissenschaftlich gesichert zur Corona-Schutzimpfung, zu Schutzmaßnahmen im Alltag in Zeiten von Corona sowie zum richtigen Verhalten bei Krankheitszeichen und zu psychischer Gesundheit auf der BZgA-Internetseite unter: www.infektionsschutz.de/coronavirus

 

Zudem gibt die BZgA Antworten auf Fragen rund um COVID-19 und die Corona-Schutzimpfung und unterstützt mit Videos und Informationsmaterial in verschiedenen Sprachen unter: www.infektionsschutz.de/coronavirus/schutzimpfung

Bund und Länder wollen Auffrischungs­impfungen für alle

(07.11.2021) Angesichts der sich verschärfenden Coronalage haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern für Auffrischungsimpfungen für alle ausgesprochen.

„Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden, nicht die Ausnahme“, sagte der geschäftsführen­de Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) heute nach zweitägigen Beratungen in Lindau. In Alten- und Pflegeheimen sollen die verpflichtenden Tests ausgeweitet werden. Eine Impfpflicht für das Pflege­personal soll es aber nicht geben.

Vor allem Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen und medizinisches Personal sollten die Auffrischungs­impfungen erhalten, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), der in diesem Jahr den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hat.

Grundsätzlich sollten aber sogenannte Boosterimpfungen nach sechs Monaten „für alle möglich sein“. Es gehe darum, „diese Welle zu brechen“. In dem Beschluss der GMK heißt es dazu: „Ergänzend können im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten und nach ärztlicher Beurteilung und Entscheidung Auffrischim­pfungen grundsätzlich allen Personen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschen.“ Quelle: Ärzteblatt

Kombinierte Impfung gegen COVID-19 und Influenza erweist sich in Studie als sicher und effektiv

(01.10.2021) Die gleichzeitige Impfung gegen SARS-CoV-2 und die saisonale Influenza hat sich in einer ran­do­misierten Studie aus England und Wales als sicher erwiesen. Alle 6 getesteten Kombinationen haben nach den im Preprint-Server des Lancet (ssrn.com/abstract=3931758) veröffentlichten Ergebnissen eine gute Antikörperantwort gegen SARS-CoV-2 erzielt.

Angesichts der offenbar nachlassenden Schutzwirkung der Impfung gegen SARS-CoV-2 könnte es in die­sem Winter zu einer erneuten Welle von COVID-19-Erkrankungen kommen. Wegen der Aufhebung der Maskenpflicht muss außerdem mit einer Grippewelle gerechnet werden. Sie könnte heftig ausfallen, weil viele Menschen im letzten Winter ihren Immunschutz nicht durch eine (meist asymptomatisch verlaufen­de) Grippe auffrischen konnten. Vor diesem Szenario könnte eine Impfung gegen SARS-CoV-2 und Influ­enza sinnvoll sein.
Den gesamten Bericht können Sie im Ärzteblatt nachlesen.

SARS-CoV-2: Schutzwirkung von BNT162b2 lässt etwas schneller nach als bei mRNA-1273

(20.09.2021) Die Schutzwirkung lässt beim mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer offenbar schneller nach als bei der höher dosierten mRNA-Vakzine von Moderna. Dies zeigen die Ergebnisse einer Test-negativen Fall-Kontrollstudie der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) im Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR, 2021; DOI: 10.15585/mmwr.mm7038e1), in der der 1-Mal-Impfstoff von Janssen/Johnson & Johnson die schwächste Impfstoffwirkung erzielte.
Genauere Infos finden Sie im Ärzteblatt.

Corona-Auffrischimpfung: Für welche Personen ist eine dritte Impfung indiziert?

(03.09.2021) Nach einem Entscheid des Bundesgesundheitsministeriums soll Personen, bei denen nach einer vollständigen Impfung keine ausreichende oder eine schnell nachlassende Immunantwort zu erwarten ist, eine Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff angeboten werden. Einheitliche Regeln, eine explizite EU-Zulassung oder eine STIKO-Empfehlung gibt es allerdings noch nicht.

Die Gesundheitsminister der Länder haben gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsminister entschieden, dass Menschen, bei denen nach einer vollständigen Impfung möglicherweise keine ausreichende oder eine schnell nachlassende Immunantwort vorliegt, eine COVID-19-Auffrischimpfung angeboten wird.
Dazu gehören insbesondere:

  • Bewohner von Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen
  • Personen mit einer Immunschwäche oder Immunsuppression
  • pflegebedürftige Menschen in ihrer eigenen Häuslichkeit
  • Menschen ab 80 Jahren

Ebenso wird Personen, die eine vollständige Impfserie mit einem Vektor-Impfstoff erhalten haben, im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge eine weitere Impfung angeboten.

Die Auffrischungsimpfung erfolgt als einmalige Impfstoffdosis mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe (Comirnaty von BioNTech/Pfizer oder Spikevax von Moderna) mindestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie.
Weitere Infos finden Sie hier.

COVID-19-Impfstoff: Schutz vor Ansteckung lässt nach Monaten etwas nach

(25.08.2021) Der Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus lässt einer Studie zufolge bereits einige Monate nach der vollständigen Impfung etwas nach. Als Referenzpunkt nahmen die britischen Forscher die in ihrer Studie ermittelte Schutzwirkung einen Monat nach der zweiten Impfdosis, die ihnen zufolge bei Biontech bei 88 Prozent lag und bei Astrazeneca bei 77 Prozent.

Bei Biontech nahm die Schutzwirkung vor einer Infektion innerhalb der nächsten vier Monate um 14 Prozentpunkte auf 74 Prozent ab, wie aus der großangelegten Studie hervorgeht, die heute veröffentlicht wurden. Bei Astrazeneca waren es 10 Prozentpunkte innerhalb von drei Monaten. Der Schutz vor einer Ansteckung lag dann bei 67 Prozent. Weitere Infos finden Sie im Ärzteblatt.

COVID-19: 3. Impfdosis kann Organtransplantierte besser schützen

(15.06.2021) Baltimore – Bei Organtransplantierten, die wegen ihrer Immunsuppression nach den ersten beiden Dosen der COVID-19-Impfung nur eine unzureichende Antikörperreaktion erreichen, könnte sich der Versuch einer 3. Dosis (eventuell mit einem anderen Impfstoff) lohnen. US-Mediziner berichten in einer Fallserie in den Annals of Internal Medicine (2021; DOI: 10.7326/L21-0282) über gute Erfahrungen.

Organtransplantierte sind während der Coronaepidemie auf 2-fache Weise gefährdet. Zum einen erhöhen die Immunsuppressiva, die sie zum Schutz vor Abstoßungsreaktionen lebenslang einnehmen müssen, ihr Risiko auf einen schweren Verlauf von COVID-19. Zum anderen bleibt die Impfung häufig wirkungslos, da die Medikamente die Bildung von schützenden Antikörpern verhindern.

In einer Kohorte von 436 Organtransplantierten, die ein Team um Dorry Segev von Johns Hopkins Medicine in Baltimore begleitet, war es nach der 1. Dosis eines mRNA-Impfstoffs (BNT162b2 von Biontech/Pfizer oder mRNA-1273 von Moderna) nur bei jedem 5. Patienten zur Bildung von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 gekommen. Nach der 2. Dosis erreichte dann jeder 2. Patient eine Antikörperantwort.

Inzwischen haben 30 Patienten eine 3. Dosis erhalten. Bei 24 Patienten waren die Ärzte auf einen anderen Impfstoff gewechselt: 9 Patienten erhielten den jeweils anderen mRNA-Impfstoff, 15 wurden mit der vektorbasierten Vakzine von Johnson & Johnson/Janssen geimpft.

Vor der 3. Dosis hatten 24 der 30 Patienten keine Antikörperreaktion, bei 6 Patienten war der Titer dagegen leicht angestiegen. Bei diesen 6 Patienten kam es laut Segev nach der 3. Dosis zu einem deutlichen Anstieg der Antikörpertiter, der sie vor COVID-19 schützen könnte. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt)

COVID-19: Spätfolgen für die Nieren sind erwartbar

(09.06.2021) Früh wurde erkannt, dass die Nierenwerte einen schweren COVID-19-Verlauf vorhersagen können [1]. Die S3-Leitlinien zur stationären Therapie [2] raten daher zur Bestimmung der Urin- und Nierenwerte schon in der Notaufnahme. Neu ist die Besorgnis, dass durch das Virus verursachte molekulare Gewebeveränderungen langfristig zu Nierenschäden führen könnten, und zwar nicht nur bei COVID-19-Patientinnen/-Patienten, die ein akutes Nierenversagen erlitten haben, sondern auch bei jenen, bei denen es während der Akuterkrankung zu Nierenwertentgleisungen kam. Da diese nicht immer erkannt wurden, unterstreichen Nierenexperten die Bedeutung der nephrologischen Nachsorge nach COVID-19.

Die Nieren sind ein Zielorgan von COVID-19, sie werden bereits sehr früh im Verlauf in Mitleidenschaft gezogen. Genau darin liegt aber auch ein hohes prognostisches Potenzial: Bereits im letzten Frühjahr wurde die COVID-19-assoziierte Nephritis als frühes Warnsignal für schwere Verläufe der Infektionserkrankung erkannt und entsprechend publiziert [1]. Dazu hatte die Arbeitsgruppe um Professor Oliver Gross, Klinik für Nephrologie und Rheumatologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), in einer Studie 223 Patienten gescreent und davon 145 als Prädiktions-Kohorte eingeschlossen. Studien-Endpunkte waren Aufnahme auf die Intensivstation oder Tod. Im Ergebnis zeigten frühe, mittels Teststreifen einfach erfassbare Urinveränderungen einen schwereren COVID-19-Verlauf an. Kombiniert als Prädiktionssystem (Urin und Serummarker) konnte das Outcome vorhergesagt werden. „Die Nierenwerte sind somit ein Seismograf für den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung“, erklärte Studienleiter Prof. Gross auf der Auftaktpressekonferenz des ERA-EDTA-Kongresses 2021.

In der allgemeinen Handlungsempfehlung (S3-Leitlinie [2]) wurden Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19 erstellt, wo unter anderem zu lesen ist, dass „bei nachgewiesener Covid-19-Infektion und Notwendigkeit einer Hospitalisierung eine Urinuntersuchung (ggf. wiederholt) mit Bestimmung von Albuminurie, Hämaturie und Leukozyturie erfolgen sollte.“
Die gesamte Pressemitteilung können Sie beim Informationsdienst Wissenschaft lesen.

[1] Gross O, Moerer O, Weber M et al. COVID-19-associated nephritis: early warning for disease severity and complications? Lancet 2020; 395 (10236): e87-e88

[2] Kluge S, Janssens U, Welte T et al. S3-Leitlinie – Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19. Stand: 17.05.2021. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/113-001LG.html

COVID-19: Organtransplantierte auch nach 2. Impfdosis nicht sicher geschützt

(11.05.2021) Impfungen erzielen bei Patienten, die nach Organtransplantationen dauerhaft immun­supprimierende Medikamente einnehmen müssen, nur eine beschränkte Wirkung. In einer Kohorte von US-Patienten kam es auch nach der 2. Dosis eines mRNA-Impfstoffs nur bei etwa der Hälfte der Patien­ten zum Anstieg von Antikörpern gegen SARS-CoV-2.

Die Mediziner raten den Patienten im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA, 2021; DOI: 10.1001/jama.2021.7489) dringend, sich durch Gesichtsmaske, Abstand und andere Maßnahmen vor einer Ansteckung zu schützen.

Nach der Transplantation eines Organs wie Herz, Lunge oder Nieren müssen alle Patienten lebenslang Immunsuppressiva einnehmen, die eine Abstoßung des Organs verhindern. Praktisch alle Medikamente erhöhen das Risiko auf Infektionen, aber auch die Wirksamkeit von Impfstoffen ist abgeschwächt. Lebend­impfstoffe werden gar nicht eingesetzt, weil eine Infektion durch die Impfstoffviren droht.

Diese Gefahr besteht bei Impfungen gegen SARS-CoV-2 nicht, da sie keine Viren enthalten. Auch die Adenoviren der vektorbasierten Impfstoffe sind nicht replikationsfähig. In der Regel entscheiden sich die Ärzte jedoch für einen virusfreien mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna.

Die beiden Vakzinen mRNA-1273 (Moderna) oder BNT162b2 (Biontech/Pfizer) erzielen bei gesunden Menschen eine sehr gute Immunität. Bei Organtransplantierten ist die Fähigkeit des Immunsystems, einen Antikörperschutz aufzubauen, jedoch eingeschränkt. Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Studie finden Sie in einem Artikel des Deutschen Ärzteblattes.

Vortrag zu den Corona Impfstoffen

(06.05.2021) Der Weg aus der Corona-Pandemie führt nur über die Impfung. Dennoch herrscht eine große Verwirrung, was die Impfung betrifft, nicht zuletzt auch durch die Diskussionen um die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson. Um falsche Informationen richtigzustellen und die Bedeutung der Covid-Impfung hervorzuheben, hielt Dr. Ansgar Rieke, Chefarzt der Inneren Medizin, Nephrologie und Infektiologie im Kemperhof, nun einen rund einstündigen Vortrag im Internet. Eine Zusammenfassung des Vortragsinhaltes wurde in der Rheinzeitung veröffentlicht. Interessierte können die Zusamenfassung hier downloaden.

 

Rheinland-Studie: Antikörperschutz lässt nach Infektion schnell nach

Bonn, 14.04.2021 – Jeder 5. Teilnehmer der Rheinland-Studie, bei dem im Frühjahr letzten Jahres neutralisierende Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut gefunden worden waren, hat inzwischen den Schutz vor einer erneuten Infektion wieder verloren.

Dies geht aus einer jetzt in Nature Communications (2021; DOI: 10.1038/s41467-021-22351-5) vorgestellten Nachuntersuchung hervor, die auf eine begrenzte Dauer der Immunität nach asymptoma­tischen oder leichten Infektionen hinweist.

Die Rheinland-Studie, die in einer Stichprobe der Bonner Bevölkerung eigentlich den Einfluss von Erb­faktoren, Lebenswandel und Umwelteinflüssen auf die Gesundheit untersuchen soll, hat im letzten Jahr einen ungeplanten neuen Schwerpunkt erhalten.

Zwischen dem 24. April und dem 30. Juni hat ein Team um Monique Breteler vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Blutproben von 4.771 Erwachsenen nach Anti­körpern gegen SARS-CoV-2 gesucht. Mit einem ELISA-Test wurden bei 46 Teilnehmern IgG-Antikörper nachgewiesen, was eine Seroprävalenz von 0,97 % ergibt.

Die Forscher begnügten sich jedoch nicht, wie sonst in Seroprävalenzstudien üblich, mit dem Standard­nachweis für Antikörper. Bei den 46 seropositiven Teilnehmern wurde in einem „plaque reduction neutra­lization test“ (PRNT) zusätzlich untersucht, ob das Plasma der Patienten in der Lage ist, die Viren von der Infektion von Zellkulturen abzuhalten.

Der PRNT ist ein wichtiger Funktionstest, der wegen des hohen Aufwands jedoch selten durchgeführt wird. Er prüft, ob die Antikörper tatsächlich vor einer weiteren Infektion schützen können. Dieser Test fiel bei 22 Teilnehmern positiv aus. Alle wurden im September 2020 – median 120 Tage nach der 1. Blut­probe – erneut getestet.

Bei den meisten Teilnehmern war der Titer der neutralisierenden Antikörper deutlich zurückgegangen. Bei 4 Teilnehmern war er unter einen Wert von 1:20 gefallen, der nach Einschätzung von Breteler nicht mehr sicher vor einer Infektion schützt.

Der Rückgang der Antikörper weist darauf hin, dass die Immunität nach einer natürlichen Infektion von begrenzter Dauer ist. Zu bedenken ist, dass die meisten Teilnehmer der Studie gar nicht oder nur mit milden Symptomen an COVID-19 erkrankt waren. Auch andere Studien haben gezeigt, dass eine milde Erkrankung eine schwächere Immunantwort hinterlässt.

Hinzu kommt, dass einige Menschen trotz fehlender Antikörper durch die T-Zellen vor einer Reinfektion geschützt sein könnten. Diese zelluläre Komponente der Immunantwort lässt sich durch Labortests nur schwer untersuchen. © rme/aerzteblatt.de

COVID-19-Impf­ansprechen bei Transplantierten gering

(10.04.2021) Die erste Dosis eines mRNA-SARS-CoV-2-Impfstoffs zeigte bei der Mehrheit der Patienten mit Organtransplantation keine nennenswertes Impfansprechen. Antikörperreaktionen wurden eher bei jüngeren Patienten, ohne chronische Immunsuppression und bei denjenigen verzeichnet, die den mRNA-1273-Impfstoff erhielten.

In dieser Untersuchung (DOI: 10.1001/jama.2021.4385) wurden 436 Transplantationsempfänger aus den USA, die über soziale Netzwerke rekrutiert wurden, die sich zwischen dem 16. Dezember 2020 und dem 5. Februar 2021 einer SARS-CoV-2-Impfung unterzogen hatten, eingeschlossen.

Immunantwort mit Moderna-Impfstoff wahrscheinlicher

Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer betrug 55,9 Jahre, wovon 61 Prozent weiblich waren. 52 Prozent der Transplantierten erhielten den BNT162b2-Impfstoff von Pfizer-BioNTech und 48 Prozent erhielten den mRNA-1273-Impfstoff von Moderna. Die mediane Zeit seit der Transplantation betrug 6,2 Jahre (IQR 2,7-12,7 Jahre). Zu den am häufigsten transplantierten Organen zählten Niere, Leber und Herz. Die Erhaltungs-Immunsuppressionsregimen umfassten Medikationen mit Tacrolimus (83%), Mycophenolat (66%), Kortikosteroide (54%), Azathioprin (9%), Sirolimus (4%) und Everolimus (2%). Etwa 20 Tage nach der ersten Impfdosis waren lediglich bei 17 Prozent der Transplantierten (76 von 436 Teilnehmern) Antikörper nachweisbar.

Transplantatempfänger, die eine Immunsuppressionstherapie erhielten, entwickelten mit geringerer Wahrscheinlichkeit eine Antikörperantwort als diejenigen, ohne Immunsuppressionstherapie (37% versus 63%; p<0,001). Außerdem war ein höheres Alter mit einer schlechteren Antikörperantwort assoziiert. Im Vergleich zum Impfstoff BNT162b2 war die Wahrscheinlichkeit für eine Immunantwort nach der ersten Impfdosis unter mRNA-1273 größer (31% versus 69%; p=0,003).

Empfänger von Organtransplantaten haben trotz Impfung ein höheres Risiko für COVID-19-Infektionen

Die vorliegenden Ergebnisse mit relativ geringen Immunantworten bei Empfängern von Organtrans­plantaten nach der ersten Dosis von mRNA-Impfstoffen legen nahe, dass solche Patienten trotz Impfung ein höheres Risiko für COVID-19-Infektionen haben könnten. Daher schlussfolgern die Studienautoren, dass eine weitere Immunphänotypisierung von Transplantatempfängern nach der Impfung, einschließlich der Charakterisierung der Gedächtnis-B-Zell- und T-Zell-Reaktionen, sinnvoll erscheint. Dieses Vorgehen kann dabei helfen, geeignete Impfstrategien sowie weiteres Monitoring der immunologischen Reaktionen nach der zweiten Dosis zu etablieren.

Zu den Einschränkungen dieser Untersuchung zählen, dass keine seriellen Messungen nach der Impfung durchgeführt wurden und keine Kontrollgruppe ohne Immunsuppression analysiert wurde. Darüber hinaus geben die Autoren zu bedenken, dass diese Ergebnisse lediglich die Impf-Antwort nach der ersten Dosis einer 2-Dosis-Serie widerspiegeln. © cw/aerzteblatt.de

Impftermine vereinbaren

(März 2021)

Die Terminregistrierung in Rheinland-Pfalz kann unter folgendem Link erfolgen:
 https://impftermin.rlp.de/
Das gilt auch für Personen mit chronischen Nierenerkrankungen und transplantierten Menschen.

Hohe COVID-19-Sterb­lichkeit bei dialysepflichtigen Patienten

(03.03.2021) Dauerhaft dialysepflichtige Patienten sind in besonderem Ausmaß von der COVID-19-Pandemie betroffen. Dies zeigt ein aktueller Beitrag im Deutschen Ärzteblatt (2021; DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0160).

Im Zeitraum von Ende April bis Anfang Oktober 2020 verstarb rund 1/5 der an COVID-19 erkrankten dauerhaft dialysepflichtigen Patienten. Dies ergab eine wöchentliche Auswertung von Daten aus Dialy­se­­zentren.

Von COVID-19 betroffen waren im April 2020 rund 1,4 % der circa 95.000 dauerhaft dialysepflichtigen Patienten; diese Zahl ging im Sommer deutlich zurück, um dann gegen Ende des Jahres auf einen Wert von fast 2 % anzusteigen.

Die Mortalität der dialysepflichtigen Patienten mit COVID-19, bezogen auf die Gesamt­heit der Dialyse­patienten, erreichte gegen Ende des Jahres einen Wert von fast 0,8 %.